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22.02.2016

15:59 Uhr

Boris Johnson aus London

Camerons gefährlichster Gegner

Wuschelfrisur und markige Sprüche: Boris Johnson ist einer der beliebtesten britischen Politiker. Dass Londons Bürgermeister sich auf die Seite der EU-Gegner schlägt, gibt der „Brexit“-Kampagne neuen Auftrieb.

Londons Bürgermeister Boris Johnson. AFP; Files; Francois Guillot

Zum Haareraufen mit der EU

Londons Bürgermeister Boris Johnson.

LondonIn London nennen sie ihren Bürgermeister einfach nur Boris. Er ist chronisch verstrubbelt, nie um einen Spruch verlegen und betritt den Regierungssitz in der Downing Street schon mal mit Fahrradhelm auf dem Kopf. Dass Boris sich - nach scheinbarem Zögern - auf die Seite der EU-Gegner schlägt, nennt das Boulevardblatt „Sun“ treffend eine „blonde Bombe“. Boris Johnson ist von einem Tag auf den anderen so etwas wie das Gesicht der „Brexit“-Kampagne, die vor dem Referendum im Juni für den Abschied aus der Union wirbt.

EU-Feinde jubeln: Kaum einer kann dem „Projekt Drinbleiben“ von Premier David Cameron im Juni so gefährlich werden wie der 51-Jährige. Rechtspopulist Nigel Farage schreckt die politische Mitte eher ab, Justizminister Michael Gove gehört zu den unbeliebtesten Politikern. Boris Johnson ist im politisch zu Labour neigenden London als Konservativer zweimal zum Bürgermeister gewählt worden.

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„Dies ist die einzige Gelegenheit, die wir je haben werden, um zu zeigen, dass uns Selbstbestimmung wichtig ist“, schreibt Johnson am Montag im „Telegraph“, einer extrem EU-kritischen Zeitung. „Ein Bleibe-Votum wird in Brüssel als Signal für mehr Föderalismus und die Erosion der Demokratie aufgefasst werden.“

Das ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht seines Parteichefs Cameron, dessen politische Zukunft an einem Ja zur EU am 23. Juni hängt. Nur neun Minuten vor dem Statement soll Johnson dem Premier per SMS Bescheid gegeben haben. Da hilft es nichts, dass der strohblonde Politiker am Sonntag vor zig Kameras mit niedergeschlagenen Augen stammelt, gegen Cameron die Regierung zu steuern sei „das Letzte, was ich wollte“, oder dass er Fernsehdebatten meiden will. „Nun ist die Bestie des heißblütigen Euroskeptizismus entfesselt“, kommentiert ein „Guardian“-Kolumnist.

Kommentare (38)

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Baron v. Fink

22.02.2016, 16:07 Uhr

Boris Johnson ein weiterer Sargnagel für das Unrecht-System. Die Befreiung kommt
von außen !

Herr Jürgen Mücke

22.02.2016, 16:12 Uhr

Shit egal

Herr Grutte Pier

22.02.2016, 16:15 Uhr

Ein Vorbild für Deutschland !!!

!!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

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