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16.10.2016

19:11 Uhr

Boris Johnson

Vom Brexit-Gegner zum Brexit-Vorkämpfer

Die Sunday Times hat ein Plädoyer Boris Johnsons für den Verbleib Großbritanniens in der EU gedruckt. Der Gastbeitrag ist nur wenige Tage vor seinem Wechsel ins Lager der Brexit-Befürworter entstanden.

Sein Sinneswandel gilt als Wendepunkt in der Brexit-Debatte. Am 23. Juni entschied sich die Mehrheit der Briten, aus der Europäischen Union austreten zu wollen. Reuters

Boris Johnson

Sein Sinneswandel gilt als Wendepunkt in der Brexit-Debatte. Am 23. Juni entschied sich die Mehrheit der Briten, aus der Europäischen Union austreten zu wollen.

LondonDer britische Außenminister und Brexit-Vorkämpfer Boris Johnson hat sich nur wenige Tage vor seinem offiziellen Wechsel in das Lager der EU-Gegner im Februar noch für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union stark gemacht. Die "Sunday Times" veröffentlichte am Sonntag Johnsons damaliges Plädoyer, in dem dieser Großbritanniens EU-Mitgliedschaft als "Segen für Europa und die Welt" bezeichnet.

Ein Brexit könne zu einem "Wirtschaftsschock" und zum "Auseinanderbrechen" Großbritanniens führen, hieß es damals in Johnsons Text, der aber schließlich nicht veröffentlicht wurde. Der ehemalige Londoner Bürgermeister fügte hinzu: "Stellen Sie sich die Frage: Wollen sie wirklich, dass das Vereinigte Königreich die EU verlässt?"

Zwei Tage, nachdem er diese Fürsprache für den Verbleib in der EU verfasste, unterrichtete er seinen konservativen Parteifreund und damaligen Premierminister David Cameron, dass er sich den Brexit-Befürwortern anschließe.

Der "Sunday Times" zufolge verfasste Johnson den Beitrag als eine Art Selbstverständigung. Etwa zur gleichen Zeit schrieb er dann einen Text für den Brexit, den der "Daily Telegraph" im März veröffentlichte.

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Johnson warb für einen Brexit mit dem Argument, 350 Millionen Pfund an EU-Mitgliedsbeiträgen (damals etwa 450 Millionen Euro) könnten wöchentlich dem britischen Gesundheitssystem zugute kommen. Eine Behauptung, die später von prominenten Brexit-Befürwortern zurückgenommen wurde. Der Sinneswandel Johnsons gilt als Wendepunkt in der Kampagne für den Volksentscheid, bei dem am 23. Juni 52 Prozent der Teilnehmer für den Ausstieg Großbritanniens aus der EU stimmten.

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