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20.04.2013

04:49 Uhr

Boston-Attentäter gefasst

„Die Jagd ist vorbei“

Die beispiellose Großfahndung in Boston war am Ende erfolgreich: Die Polizei hat den zweiten mutmaßlichen Bombenleger Dschochar Zarnajew im Vorort Watertown verhaftet. In der Stadt feiern die Menschen auf der Straße.

Polizisten riegeln bei der Jagd nach dem Verdächtigen ein Gebiet in Watertown ab. ap

Polizisten riegeln bei der Jagd nach dem Verdächtigen ein Gebiet in Watertown ab.

Der mutmaßliche zweite Terrorverdächtige von Boston ist nach Polizeiangaben festgenommen genommen. Der 19-jährige Dschochar Zarnajew wurde am Freitagabend auf einem abgestellten Boot im Bostoner Vorort Watertown gestellt. Wie es hieß, wurde er lebend, aber verletzt gefasst. In Teilen Bostons feierten die Menschen auf der Straße.

„Die Jagd ist vorbei“, teilte die Polizei per Twitter mit. Den Angaben zufolge wurde Dschochar Zarnajew mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, sein Gesundheitszustand sei "ernst". Sein älterer Bruder und mutmaßlicher Komplize beim Bombenanschlag vom Montag, der 26-jährige Tamerlan Zarnajew, war in der Nacht zum Freitag bei einem Schusswechsel getötet worden.

Nach einer beispiellosen Großfahndung am Freitag hatte es zunächst danach ausgesehen, Dschochar Zarnajew sei entkommen. Doch gegen 20.45 Uhr (Ortszeit) brach bei den Beamten in Watertown plötzlich Jubel aus. Sicherheitskräfte hatten zuvor ein dreistöckiges Haus umzingelt, in dessen Hinterhof ein Boot mit einer Plane abgestellt war. Im Heck dieses Bootes habe sich der Verdächtige versteckt, teilte die Polizei mit. Den entscheidenden Hinweis habe die Polizei durch einen Hausbesitzer erhalten.

Demnach inspizierte er nach Aufhebung einer Ausgangssperre für ganz Boston im Zuge der Fahndung nach dem Verdächtigen sein Boot, das auf seinem Grundstück abgestellt war. Der Mann sah den Angaben zufolge Blutspuren auf der Abdeck-Plane, hob diese hoch und entdeckte darunter einen blutbedeckten Körper. Er habe dann den Polizeinotruf gewählt.

Die Behörden hätten dann zunächst einen Hubschrauber mit einer Vorrichtung zum Aufspüren von Hitzeausstrahlung eingesetzt und dadurch festgestellt, dass es sich bei der Person im Boot um einen lebendigen Menschen handele. Danach seien dann Spezialeinsatzkräfte an den Ort geschickt worden. Sie hätten versucht, den Verdächtigen anzusprechen, aber er habe nicht reagiert. Wie Zarnajew dann in Gewahrsam genommen wurde, blieb zunächst unklar.

Riesiges Polizeiaufgebot

Jagd auf Boston-Attentäter

Riesiges Polizeiaufgebot: Jagd auf Boston-Attentäter

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Mehr als 9000 Polizisten und Soldaten hatten am Freitag in und um die Ostküsten-Metropole Jagd auf Dschochar Zarnajew gemacht. Systematisch durchkämmten sie in Watertown Haus für Haus, während in der gesamten Stadt U-Bahnen, Schulen und Büros geschlossen waren. Um sich ganz auf die Fahndung konzentrieren zu können, baten die Behörden die rund eine Million in der Region lebenden Menschen am Morgen, in ihren Häusern zu bleiben. Boston glich daraufhin einer Geisterstadt.

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