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25.09.2014

03:21 Uhr

Boston-Marathon

Bombenleger-Prozess beginnt erst 2015

Der mutmaßliche Attentäter des Boston-Marathons 2013 wird nicht wie geplant im November zur Rechenschaft gezogen. Die Verhandlung von Dschokar Zarnajew wird auf nächstes Jahr verschoben. Ihm droht die Todesstrafe.

Ein Schreckensbild, das um die Welt ging. Polizisten reagieren auf den Bomben-Anschlag während des Boston-Marathons im Jahre 2013. ap

Ein Schreckensbild, das um die Welt ging. Polizisten reagieren auf den Bomben-Anschlag während des Boston-Marathons im Jahre 2013.

BostonDer Auftakt des Prozesses gegen den mutmaßlichen Attentäter des Boston-Marathons wird um zwei Monate verschoben, wird aber nach wie vor in Boston stattfinden. Statt am 3. November werde die Verhandlung gegen Dschokar Zarnajew erst am 5. Januar kommenden Jahres beginnen, sagte der Richter George O'Toole am Mittwochabend (Ortszeit). Eine von der Verteidigung erhoffte Verlegung nach Washington D.C. werde es aber nicht geben.

O'Toole dementierte, dass eine Anfrage der Verteidiger Zarnajews Grund für die Verschiebung sei. Die Anwälte hatten um einen Aufschub bis zum September 2015 gebeten, weil eine ausreichende Vorbereitung auf den Fall bis November nicht zu bewerkstelligen sei. Außerdem forderten sie aufgrund der öffentlichen Stimmung in Boston eine Verlegung des Verfahrens in die US-Hauptstadt Washington.

Terror bei Sportereignissen

1972 München

Während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 wurden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ als Geiseln genommen – Ziel war die Freipressung von Gefangenen. Beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck starben alle noch lebenden Geiseln, ein Polizist und fünf der Terroristen.

1996 Atlanta

Im Olympia-Park von Atlanta explodierte während der Olympischen Spiele 1996 eine Bombe. Die Explosion tötete zwei Personen, mehr als 100 wurden verletzt. Täter war ein Anti-Abtreibungs-Aktivist.

2002 Madrid

Die baskische Terrorgruppe ETA brachte Anfang Mai 2002 eine Bombe im Vorfeld eines Champions-League-Halbfinalspiels zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona zur Explosion. In weniger als 100 Metern Entfernung zum Stadion Santiago Bernabéu ging ein Sprengsatz hoch. Es gab keine Todesopfer.

2008 Rallye Dakar

Die berühmte Rallye wurde im Jahr 2008 abgesagt. Terrorwarnungen für Mauretanien hatten die Veranstalter dazu bewogen.

2009 Lahore

Der Mannschaftsbus des Cricket-Nationalteams von Sri Lanka wird in der pakistanischen Stadt Lahore von einer Gruppe bewaffneter Täter beschossen, die vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Sechs Nationalspieler werden verletzt, sechs Polizisten und zwei Zivilisten sterben.

2013 Boston

Zwei Explosionen erschüttern den Bereich des Zieleinlaufs des Boston Marathons am 15. April 2013. Drei Menschen sterben noch am selben Tag, weit über 100 sind verletzt, einige von ihnen sehr schwer. Über die Hintergründe des Vorfalls herrscht zunächst Unklarheit.

Es gebe keinen Grund zur Annahme, man könne im US-Staat Massachusetts keine gerechte Jury für den Prozess gegen den Verdächtigen finden, sagte O'Toole. Die Verteidigung habe es nicht geschafft, ausreichend zu begründen, warum es durch die intensive Berichterstattung der Medien in dem Fall zu Voreingenommenheit der möglichen Juroren kommen sollte, schrieb der Richter. Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten sich Mitte September darauf geeinigt, die zwölf Geschworenen und sechs Ersatzpersonen aus insgesamt 2000 Kandidaten auszuwählen.

Als Grund für die Verzögerung nannte O'Toole stattdessen den großen Umfang von möglichen Beweismittel, die in dem Fall geprüft werden müssten. Er stellte aber auch fest: „Ein weiterer Aufschub, wie er von dem Beklagten verlangt wurde, erscheint nicht notwendig.“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 21-jährigen Zarnajew und seinem auf der Flucht getöteten älteren Bruder Tamerlan vor, im vergangenen Jahr Bomben nahe der Ziellinie des Traditionslaufs platziert zu haben. Drei Menschen waren bei dem Anschlag im April 2013 ums Leben gekommen, mehr als 260 wurden verletzt. Im Falle einer Verurteilung droht Zarnajew die Todesstrafe.

Von

ap

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