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17.01.2005

10:18 Uhr

Boykott der Veranstaltung angedroht

Israel: Proteste gegen Ansprache Köhlers im Parlament

Zwei Wochen vor einem Besuch von Bundespräsident Horst Köhler in Israel ist es dort zu Protesten von Abgeordneten gegen eine geplante Ansprache im Parlament gekommen. Die israelische Zeitung „Maariv“ berichtete am Montag, Gesundheitsminister Dani Naveh habe angekündigt, er wolle die Veranstaltung boykottieren.

HB TEL AVIV. Die Ansprache des Präsidenten ist anlässlich des 40. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland geplant. Als erster deutscher Präsident hatte Köhlers Vorgänger Johannes Rau im Jahre 2000 eine Rede in der Knesset in Jerusalem gehalten. Auch damals hatte es Proteste gegeben.

„Solange noch Holocaust-Überlebende unter uns leben, sollte die deutsche Sprache nicht im Parlament gesprochen werden“, sagte Naveh nach Angaben des Blatts. Auch der stellvertretende israelische Parlamentspräsident Hemi Doron (Schinui) kündigte an, er werde eine Absage der Veranstaltung beantragen. „Mein Fuß hat nie deutschen Boden betreten und ich kaufe keine deutschen Produkte“, sagte er. Sein Großvater sei von den Nationalsozialisten ermordet worden. „Ich kann es nicht ertragen, diese Sprache im Abgeordnetenhaus des jüdischen Volkes zu hören.“ Köhler müsse Englisch sprechen.

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