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09.04.2006

18:07 Uhr

Bräunlich und Nitzschke:

„Wir sind am Ende“

Die Entführer der beiden im Irak entführten Deutschen haben in einem neuen Video mit der Tötung der Geiseln gedroht, falls die US-Truppen im Irak nicht alle ihre Gefangenen freilassen.

Ein Bild von dem aktuellen Entführungvideo mit den Geiseln Rene Bräunlich (inks) und Thomas Nitzschke. Foto: AP

Ein Bild von dem aktuellen Entführungvideo mit den Geiseln Rene Bräunlich (inks) und Thomas Nitzschke. Foto: AP

HB KAIRO. In dem Video sind auch zwei Männer zu sehen, bei denen es sich vermutlich um die beiden Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke handelt. Einer von beiden erklärt auf deutsch: „Wir sind jetzt seit über 60 Tagen hier gefangen. Wir sind am Ende unserer Nerven. Bitte helfen Sie uns. Wir halten das nicht mehr länger aus. Bitte helfen Sie uns“, sagte Nitzschke in seiner etwa 10 Sekunden dauernden Botschaft, die auf einer islamistischen Internetseite verbreitet wurde.

Auf der in dem Videoausschnitt im Hintergrund gezeigten schwarzen Schrifttafel steht in Arabischer Schrift auch: „Im Namen Gottes des Barmherzigen Bataillon der Unterstützer des Tawhid und der Sunna.“ Bräunlich und Nitzschke tragen auf dem Video inzwischen Bärte. Sie machen einen erschöpften Eindruck. Das Video soll auf einer islamistischen Website veröffentlicht worden sein.

Zusammen mit der Aufnahme der beiden Ingenieure wurde ein Schriftband gezeigt. Darin heißt es auf Arabisch: „Dies ist das letzte Ultimatum für die beiden deutschen Agenten.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bestätigte am Sonntagabend, dass es eine neue Video-Botschaft von den beiden Deutschen gibt. Sie sagte in Berlin: „Das Video, was wir von den Geiseln erhalten haben, werden wir jetzt intensiv auswerten.“ Damit betraut seien Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesnachrichtendienst (BND).

Experten des Krisenstabes und von Sicherheitsbehörden wie Bundesnachrichtendienst und Bundeskriminalamt sind nach den Worten von Außenamtssprecher Martin Jäger intensiv damit beschäftigt, die Videobotschaft auszuwerten. Die Arbeiten würden voraussichtlich die Nacht über dauern. Mit den Ergebnissen der Auswertung werde sich der Krisenstab am (morgigen) Montag befassen.

Die irakischen Sicherheitsbehörden hatten keine Hinweise, wo sich die Geiseln befinden könnten. Oberst Schalal al Taai von Innenministerium in Bagdad erklärte: „Ein Team sucht nach ihnen, aber wir haben noch keine Nachricht.“

Der Hinweis auf den Video-Clip war auf einer radikalislamischen Internet-Seite enthalten, auf der unter anderen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden abgebildet ist. Der Hinweis wurde zuerst vom Büro der Nachrichtenagentur AP in Kairo bemerkt. Der Clip befand sich auf einer Download-Seite, auf die verwiesen wurde.

Auf dem 25 Sekunden langen Video sind Nahaufnahmen von Bräunlich und Nitzschke zu sehen. Nur Nitzschke spricht in hastigen Sätzen. Auch Bräunlich setzt offenbar zum Sprechen an, das Band endet jedoch abrupt. Die Gefangenen tragen weiße Kleidung und sie haben Bärte. Ob sie gefesselt waren, war nicht zu erkennen.

Zusammen mit der Aufnahme der beiden Ingenieure wurde ein Schriftband gezeigt. Darin heißt es auf Arabisch: „Dies ist das letzte Ultimatum für die beiden deutschen Agenten.“ Eine Frist wurde nicht genannt. Weitere Personen sind auf dem Band nicht zu sehen.

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