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31.07.2016

21:51 Uhr

Brasilien gespalten

Proteste gegen suspendierte Präsidentin Rousseff

Gegenwind für Dilma Rousseff: Wenige Tage vor den Olympischen Spielen fordern Tausende Brasilianer die endgültige Absetzung der suspendierten Präsidentin. Auch das gegnerische Lager geht auf die Straße.

In der größten Stadt Brasiliens protestierten beide Lager – wie hier die Anhänger des Interimspräsidenten Michel Temer. AFP; Files; Francois Guillot

Proteste in Sao Paolo

In der größten Stadt Brasiliens protestierten beide Lager – wie hier die Anhänger des Interimspräsidenten Michel Temer.

Rio de JaneiroFünf Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Brasilien sind tausende Gegner der suspendierten Präsidentin Dilma Rousseff auf die Straße gegangen. In Rio de Janeiro forderten rund 4000 Menschen am Sonntag das endgültige Aus für die Politikerin. Über Lautsprecher wurden bei dem Protestzug an der Copacabana die Nationalhymne und Sambaklänge gespielt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Auf einem Plakat stand geschrieben: „Dilma raus und Gefängnis für (ihren Vorgänger) Lula“. Der Ex-Präsident und Verbündete Rousseffs, Inácio Lula da Silva, muss sich wegen Behinderung der Justiz vor Gericht verantworten. Dem Ex-Präsidenten wird vorgeworfen, die Ermittlungen zur Petrobras-Affäre behindert zu haben. Der Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras erschüttert Brasilien seit Jahren. Neben Lulas und Rousseffs Arbeiterpartei sind auch andere Parteien in die Korruptionsaffäre verwickelt.

Auch in der Hauptstadt Brasilia protestierten rund 3000 Menschen gegen Rousseff. In Recife und Salvador im Nordosten sowie in Belo Horizonte im Südosten gingen nach Angaben der Organisatoren ebenfalls tausende Menschen auf die Straße. Doch auch Rousseffs Anhänger wurden mobilisiert: Sie protestierten in mehreren Städten gegen ihren Nachfolger, Übergangspräsident Michel Temer. In der größten Stadt des Landes, São Paulo, waren Kundgebungen beider Lager geplant.

Demo gegen Korruption

Skurrile Protest-Aktion: Brasilianer demonstrieren mit Wischmopp

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Rousseff wurde Anfang Mai vom Parlament vorläufig ihres Amtes enthoben. Ihr wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt zu haben, um vor der Präsidentschaftswahl 2014 ihre Chancen zu verbessern. Sie selbst spricht von einem „Putsch“.

Die Amtsgeschäfte übernahm ihr Stellvertreter Temer. Um sie endgültig abzusetzen, ist eine Zweidrittelmehrheit im Senat erforderlich. Temer würde im Fall einer Amtsenthebung Rousseffs bis zur Präsidentschaftswahl 2018 im Amt bleiben. Die Abstimmung im Senat soll nach neuen Vorgaben des Obersten Gerichtshofs Anfang September stattfinden.

Von

afp

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