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17.06.2014

03:28 Uhr

Brasilien

Gummigeschosse gegen WM-Demonstranten

Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft haben die Proteste in Brasilien nachgelassen. Verschwunden sind sie freilich nicht: Am Montag kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.

Während des Spiels Iran-Nigeria in Curitiba: Demonstranten blockieren eine Straße in der Nähe des Stadions. AFP

Während des Spiels Iran-Nigeria in Curitiba: Demonstranten blockieren eine Straße in der Nähe des Stadions.

Brasilia/CuritibaBei Protesten gegen die Fußball-Weltmeisterschaft hat die Polizei am Montag in der südbrasilianischen Stadt Curitiba 14 Demonstranten festgenommen. Eine Gruppe von WM-Gegnern zerstörte die Scheiben von Banken und Geschäften, nachdem die Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben einen Aufmarsch von rund 200 Personen auseinandergetrieben hatten. Im Stadion von Curitiba trennten sich Nigeria und Iran torlos unentschieden.

Der Protestzug blockierte für kurze Zeit mehrere Straßen. Mülleimer wurden in Brand gesetzt. Auch ein Bus mit Fußballfans habe festgesteckt, berichtete das Nachrichtenportal G1. Nachdem die Hauptdemonstration aufgelöst worden sei, sei eine kleine Gruppe Maskierter ins Stadtzentrum zurückgekehrt und habe mehrere Bankfilialen attackiert. Gegen sie sei die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen vorgegangen.

Vor dem Vorrundenspiel zwischen den USA und Ghana im nordbrasilianischen Natal verbrannten Demonstranten eine US-Flagge. Berichten lokaler Medien zufolge wurde der kleine Protestzug ebenfalls von der Polizei aufgelöst. Zu Zusammenstößen sei es dabei allerdings nicht gekommen.

Die anschließende Begegnung endete 2:1 für die USA. Im dritten Spiel des Tages schlug die deutsche Auswahl vor den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel das Team Portugals mit 4:0.

Brasiliens Wirtschaft auf einen Blick

Wirtschaftskraft

Brasilien ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,24 Billionen (Angaben für 2013) US-Dollar die siebgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Bevölkerung

203 Millionen

Export

Wichtigste Exportgüter Brasiliens sind Rohstoffe (Eisenerz, Kupfer, Öl) und landwirtschaftliche Erzeugnisse (Sojabohnen,  Kaffee, Zucker).

Import

Aus dem Ausland führt das Land vor allem Autos und Autoteile sowie Maschinen ein.

Finanzpolitik

2013 lag das Defizit im brasilianischen Staatshaushalt bei 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Gesamtverschuldung liegt bei 66  Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei etwa 80 Prozent.

Seit Beginn der WM am Donnerstag haben die Proteste nachgelassen. Das Turnier in Brasilien ist das teuerste in der Geschichte des Weltfußballverbands Fifa. Das Schwellenland lässt sich das Ereignis umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro kosten. Viele Brasilianer sind der Ansicht, dass die Regierung das Geld lieber für Gesundheit und Bildung hätte ausgeben sollen.

Kommentare (1)

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17.06.2014, 07:56 Uhr

US-Flagge verbrennen ist eine Unsportlichkeit und gibt eine rote Karte. Banken demolieren könnte man im weitesten Sinne auch als Notwehr bezeichnen.

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