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16.10.2013

07:12 Uhr

Brasilien

Massive Krawalle nach Lehrerprotesten in Rio

Friedliche Proteste haben in Krawallen geendet: In Rio de Janeiro warfen maskierte Randalierer Flaschen und Steine. Die Polizei setzte erneut Schlagstöcke und Tränengas ein. Auch in São Paulo kam es zu Ausschreitungen.

Demonstranten geraten mit der Polizei aneinander: Die Lehrer in Rio sind seit Wochen im Streik. dpa

Demonstranten geraten mit der Polizei aneinander: Die Lehrer in Rio sind seit Wochen im Streik.

Rio de JaneiroNach friedlichen Protesten von Lehrern und Studenten ist es in Rio de Janeiro erneut zu massiven Ausschreitungen gekommen. Hunderte maskierte Randalierer lieferten sich im Zentrum der Sechs-Millionen-Stadt am Dienstagabend (Ortszeit) Straßenschlachten mit der Polizei.

Ein Polizeiauto wurde in Brand gesetzt. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot im Einsatz und setzte Tränengasgranaten, Gummigeschosse und Schlagstöcke ein. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

Auch in São Paulo kam es wieder zu Konfrontationen zwischen Polizei und gewaltbereiten Demonstranten. Mehrere Omnibusse, einige Autos und sieben Bankfilialen wurden zerstört. Nach Medienangaben nahm die Polizei in beiden Städten insgesamt rund 100 Demonstranten fest. Kleinere Proteste wurden aus Brasília und Belo Horizonte gemeldet. Die Lehrer in Rio sind seit Wochen im Streik und protestieren gegen ein neues Gesetz, durch das sie sich benachteiligt fühlen.

Brasiliens Wirtschaft auf einen Blick

Wirtschaftskraft

Brasilien ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,24 Billionen (Angaben für 2013) US-Dollar die siebgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Bevölkerung

203 Millionen

Export

Wichtigste Exportgüter Brasiliens sind Rohstoffe (Eisenerz, Kupfer, Öl) und landwirtschaftliche Erzeugnisse (Sojabohnen,  Kaffee, Zucker).

Import

Aus dem Ausland führt das Land vor allem Autos und Autoteile sowie Maschinen ein.

Finanzpolitik

2013 lag das Defizit im brasilianischen Staatshaushalt bei 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Gesamtverschuldung liegt bei 66  Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei etwa 80 Prozent.

Am Dienstag war in Brasilien landesweit der „Tag des Lehrers“. Mehrere Aktionen der Lehrer waren bereits in der Vergangenheit von Mitgliedern des sogenannten Schwarzen Blocks für Randale missbraucht worden. Im Juni hatten in Brasilien landesweit Hunderttausende friedlich gegen Korruption, Misswirtschaft und die hohen Kosten für die WM 2014 protestiert. Auch dabei war es in vielen Städten zu Krawallen gekommen.

Von

dpa

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