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27.06.2017

03:55 Uhr

Brasilien

Präsident Temer der Korruption beschuldigt

Showdown zwischen Temer und der Justiz Brasiliens: Auf höchster Ebene wird nun ein Kampf um Korruptionsvorwürfe ausgetragen - die Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Präsidenten erhoben.

Der brasilianische Präsident lässt sich von den Korruptionsvorwürfen gegen ihn nicht einschüchtern. AP

Michel Temer

Der brasilianische Präsident lässt sich von den Korruptionsvorwürfen gegen ihn nicht einschüchtern.

BrasiliaDer brasilianische Generalstaatsanwalt beschuldigt den Präsidenten des Landes, Michel Temer, der Korruption. Eine entsprechende Anklage reichte Rodrigo Janot am Montag ein. Zum ersten Mal in der Geschichte Brasiliens, des größten Landes in Südamerika, muss sich nun ein noch das Amt innehabender Präsident mit einer Anklage auseinandersetzen.

Janot hatte im vergangenen Monat Ermittlungen gegen Temer wegen mutmaßlicher Korruption, Behinderung der Justiz und wegen der Teilhabe an einer kriminellen Organisation eingeleitet. Der Fall geht nun an den Kongress. Dieser muss entscheiden, ob vor dem Obersten Gerichtshof ein Verfahren gegen Temer beginnen kann.

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Dass Janot lediglich Anklage wegen des Verdachts der Korruption erhoben hat, dürfte eine strategische Handlung gewesen sein. Die Abgeordnetenkammer im Kongress muss sich nun zunächst nur damit beschäftigen - die anderen Vorwürfe werden hinten angestellt. Wenn eine Zweidrittelmehrheit in der Kammer dafür stimmt, dass die Anklage begründet ist, wird Temer für 180 Tage von seinem Amt suspendiert. In dieser Zeit muss das Gerichtsverfahren gegen ihn stattfinden. Übergangsweise würde das Amt des Präsidenten dann von Rodrigo Maia verwaltet, der Vorsitzende des brasilianischen Unterhauses und ein Verbündeter Temers ist.

Temer selbst weist die Vorwürfe zurück und hat erklärt, er habe sich nicht falsch verhalten. Er will nach eigenen bisherigen Angaben nicht freiwillig zurücktreten.

Von

ap

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