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10.10.2014

03:46 Uhr

Brasilien

Präsidentin Rousseff muss um ihr Amt zittern

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaberin Dilma Rousseff und Aécio Neves an. In zwei Umfragen liegt der Herausforderer sogar leicht vorne.

Dilma Rousseff

Brasiliens Präsidentin muss in die Stichwahl

Dilma Rousseff: Brasiliens Präsidentin muss in die Stichwahl

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BrasíliaDer Ausgang der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien am 26. Oktober scheint nach den jüngsten Umfragen völlig offen: Die amtierende Präsidentin Dilma Rousseff fiel in zwei Umfragen, deren Ergebnisse am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurden, leicht hinter ihren sozialdemokratischen Herausforderer Aécio Neves zurück.

Zuletzt gaben 46 Prozent der Wähler an, sie wollten für Neves stimmen, nur 44 Prozent wollten die amtierende Präsidentin in einer weiteren Amtszeit sehen. Die Umfragen wurden von den Instituten Ibope und Datafolha für den TV-Sender Globo und die Tageszeitung „Estado de São Paulo“ ausgeführt.

Brasilien - Land der Superlative

Größe

8,5 Millionen Quadratkilomenter - damit doppelt so groß wie die Europäische Union (Quelle: dpa)

Einwohner

203 Millionen Einwohner - bevölkerungsreichstes Land Lateinamerikas

Wirtschaft

Teil des BRICS-Bündnis für aufstrebende Wirtschaftsmächte - neben Brasilien noch Russland, Indien, China und Südafrika

BIP 2013: 2,243 Billionen US-Dollar (11.311 Dollar pro Einwohner)

Export

Hauptexportgüter sind Rohstoffe, Nahrungsmittel und Erdöl - 2018 soll die Erdöl-Förderung im Off-Shore-Ölfeld "Campo de Libra" beginnen, die Reserven dort werden auf 8 bis 12 Milliarden Barrel (Fass je 159 Liter) geschätzt

Soziales

Das soziale Gefälle in Brasilien ist groß. Der Anteil der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze sank zwar von 2002 bis 2009 von 38,3 auf 23,9 Prozent, die Zahl der Betroffenen ging von 68 auf 44 Millionen zurück. Die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen ist aber weiterhin auch im Weltmaßstab sehr hoch.

Im ersten Wahldurchgang vergangenen Sonntag kam Neves zwar nur auf 33,6 Prozent der Stimmen, während die Arbeiterpartei-Vorsitzende Rousseff sich mit 41,6 Prozent an die Spitze setzte. Bislang scheint es jedoch so zu sein, dass die Anhänger der Drittplatzierten, der Umweltschützerin Marina Silva, in der Stichwahl mehrheitlich für Neves stimmen wollen.

Silva äußerte sich bislang öffentlich nicht eindeutig, ihre Partein Rede Sustentabilidade legte sich jedoch am Donnerstag darauf fest, die Anhänger sollten keinesfalls für Rousseff stimmen. Begründet wurde der Appell mit Rousseffs „niederträchtiger Kampagne“ gegen Silva und mit dem „unstrittigen Verlangen der brasilianischen Gesellschaft nach Wandel“.

Hinter den Kulissen verhandelt das Umfeld Silvas noch mit Neves, um möglichst viele eigene programmatische Vorstellungen durchzusetzen. Dabei geht es unter anderem um die Förderung der Familienbetriebe in der Landwirtschaft, die Erhöhung der Ausgaben für die Bildung, Schutzmaßnahmen für die indigene Bevölkerung und Maßnahmen gegen die Waldrodung am Amazonas.

Von

afp

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