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16.05.2014

03:57 Uhr

Brasilien

Proteststurm in Fußballhochburgen

In Brasilien kehrt im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft keine Ruhe ein. Bei Protesten in São Paulo setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein. Für die Regierung hat der Aufruhr nichts mit der WM zu tun.

Die Proteste in Brasilien gehen weiter. Die Regierung zweifelt allerdings daran, dass die Menschen wirklich wegen der WM auf die Straße gehen. Reuters

Die Proteste in Brasilien gehen weiter. Die Regierung zweifelt allerdings daran, dass die Menschen wirklich wegen der WM auf die Straße gehen.

São PauloVier Wochen vor WM-Anpfiff hat Brasilien eine erste größere Protestwelle erlebt, bei der tausende Menschen in mehreren Austragungsorten der Weltmeisterschaft auf die Straße gingen. In der WM-Eröffnungsstadt São Paulo kam es dabei zu Tumulten. Maskierte Randalierer demolierten Geschäfte und Banken und zündeten Müll auf der Straße an.

Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Entspannung zeichnete sich indes in der WM-Stadt Recife ab, wo ein dreitägiger Polizeistreik für Unruhe und Plünderungen sorgte. Die Polizei beendete ihren Ausstand und wollte noch in der Nacht zum Freitag wieder an die Arbeit gehen.

An dem sogenannten „Internationalen Tag des Kampfes gegen die WM“ nahmen zahlreiche soziale Organisationen teil. Obdachlosenverbände forderten bezahlbare Wohnungen und streikende Lehrer mahnten in Rio und São Paulo bessere Arbeitsbedingungen an.

Viele Demonstranten trugen Plakate, auf denen in Anspielung auf die neuen und modernen WM-Stadien die Forderung stand: „Schulen und Hospitäler nach FIFA-Standard“. In São Paulo wurden über 20 Menschen festgenommen, die laut Polizei unter anderem Molotow-Cocktails bei sich trugen. Protestaktionen wurden auch aus den WM-Spielorten Belo Horizonte, Fortaleza und Brasília gemeldet.

Demonstranten blockierten die Zufahrt zum Stadion

Etwa 2000 Menschen blockierten im Osten von São Paulo zeitweise die Zufahrt zum Stadion Arena Corinthians, wo die WM am 12. Juni eröffnet wird. In dem Viertel besetzten obdachlose Familien schon Anfang des Monats unter dem Motto „Copa do Povo“ (WM des Volkes) ein Fläche, die etwa vier Kilometer vom neuen Stadion entfernt liegt.

Der WM-Fahrplan der DFB-Elf

21. Mai

Start des Trainingslagers im Passeiertal in Südtirol

01. Juni

Länderspiel gegen Kamerun in Mönchengladbach

02. Juni

Meldeschluss für den 23-Mann-Kader bei der FIFA

05. Juni

Treffpunkt in Mainz nach zwei freien Tagen

06. Juni

Benefizländerspiel gegen Armenien in Mainz

07. Juni

Abflug von Frankfurt nach Brasilien

08. Juni

Ankunft im „Campo Bahia“ in Santo André

16. Juni

WM-Vorrunde Deutschland gegen Portugal in Salvador

21. Juni

WM-Vorrunde Deutschland gegen Ghana in Fortaleza

26. Juni

WM-Vorrunde Deutschland gegen USA in Recife

„Wir wollen den Widerspruch aufzeigen, der darin liegt, dass Milliarden für dieses Ereignis (WM) ausgegeben werden, während das Volk selbst Wohnungen braucht“, sagte Maria das Dores Cerqueira, eine der Organisatorinnen. Aus Sicht der Regierung richteten sich die Proteste nicht gegen die Fußball-WM.

Die Demonstranten nutzten lediglich die Gelegenheit, „um Forderungen zu präsentieren, die legitim sind, aber wenig mit der WM zu tun haben“, sagte Präsidialamtsminister Gilberto Carvalho. Die Proteste schreckten die Regierung nicht. „Was uns besorgt ist, wenn antidemokratische Methoden, wenn Gewalt angewendet wird, sei es aufseiten der Polizei oder aufseiten der Demonstranten“, sagte Carvalho.

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