Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.03.2011

14:41 Uhr

Breite Unterstützung zugesagt

Weltweit Bestürzung über Japan-Beben

Das schwere Erdbeben in Japan hat weltweit Bestürzung ausgelöst. US-Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und die EU sicherten dem Land Unterstützung zu.

Barack Obama. Quelle: Reuters

Barack Obama.

Washington/Berlin/TokioUS-Präsident Barack Obama hat dem japanischen Volk nach der Erdbebenkatastrophe sein Beileid ausgesprochen und Hilfe angeboten. Wie es weiter hieß, informierte der Staatschef im Weißen Haus, Bill Daley, den Präsidenten um vier Uhr morgens über das Unglück. Die US-Botschaft in Tokio wurde nach US-Fernsehberichten evakuiert. „Michelle und ich sprechen dem Volk von Japan unser zutiefst empfundenes Beileid aus, vor allem jenen, die ihre Lieben bei dem Beben und den Tsunamis verloren haben“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Obamas. Die USA stünden bereit, der japanischen Bevölkerung „in dieser Zeit schwerer Prüfung“ zu helfen.

Obama würdigte weiter die Beziehungen zwischen den USA und Japan. „Die Freundschaft und das Bündnis zwischen unseren beiden Nationen ist unerschütterlich und stärkt nur noch unsere Entschlossenheit, dem japanischen Volk dabei zur Seite zu stehen, die Tragödie zu bewältigen.“

Auch die Europäische Union sicherte Japan schnelle Hilfe zu. „Wir sind zutiefst besorgt über die Nachricht von dem verheerenden Erdbeben“, sagten EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Freitag in Brüssel in einer gemeinsamen Erklärung. „Falls nötig, stehen wir für jede Unterstützung bereit“, hieß es in dem zu Beginn des EU-Sondergipfels zu Libyen verbreiteten Kommentar. „Die Bilder aus Japan sind schockierend. Schreckliches Erdbeben!“, schrieb Van Rompuy über den Internet-Nachrichtendienst Twitter.

In einer weiteren Erklärung boten die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten ihre Hilfe an. Auch der EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek drückte sein Mitgefühl aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Telegramm an den japanischen Ministerpräsidenten, sie habe die Nachricht von dem Tsunami „mit Bestürzung“ aufgenommen. Sie sagte deutsche Hilfe zur Bewältigung der Katastrophe zu. Deutschland stehe in diesen tragischen Stunden an der Seite Japans und sei zur Hilfe bereit. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte Japan die Solidarität des französischen Volkes zu.

Das schlimmste Erdbeben in Japans Geschichte mit einer Stärke von 8,9 hatte das Inselreich am Freitag erschüttert und einen verheerenden Tsunami ausgelöst. Es gab zahlreiche Tote. In mehreren Städten brachen Brände aus. Von deutschen Opfern durch die Katastrophe ist dem Auswärtigen Amt bislang nichts bekannt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich bestürzt über die Katastrophe: „Ich möchte zunächst einmal unsere Anteilnahme zum Ausdruck bringen“, sagte Westerwelle im ZDF-"Morgenmagazin". Noch habe das Auswärtige Amt keine Übersicht über die Folgen, über etwaige Opferzahlen der Katastrophe. „Ein so schweres Erdbeben ist natürlich auch für Japan ein wirklicher Schicksalsschlag“, sagte er weiter. „Es ist natürlich so, wenn Hilfe erforderlich sein sollte, dann werden wir Deutsche natürlich unserem Partnerland Japan auch zur Hilfe kommen.“ Durch das schwere Erdbeben sind nach bisherigen Erkenntnissen keine Deutschen verletzt oder getötet worden.

Außenminister Westerwelle: Bislang kein Hinweis auf deutsche Opfer. Quelle: dapd

Außenminister Westerwelle: Bislang kein Hinweis auf deutsche Opfer.

Es gebe bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Freitag in Berlin. Die Kommunikationsmöglichkeiten in dem Land seien derzeit allerdings nur sehr eingeschränkt. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes leben etwa 100 Deutsche im Nordosten Japans, wo ein zehn Meter hoher Tsunami die Küste überrollt hat. Die Botschaft in Tokio bemühe sich unter Hochdruck, den Kontakt zu ihnen herzustellen. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes habe außerdem eine Hotline für Angehörige eingerichtet.

Auch Kremlchef Dmitri Medwedew hat den Opfern der Naturkatastrophe in Japan Unterstützung versprochen. „Wir sind selbstverständlich bereit, unseren Nachbarn bei der Überwindung der Folgen dieses schweren Erdbebens zu helfen“, sagte Medwedew am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax. Er forderte Zivilschutzminister Sergej Schoigu auf, Hilfsmaßnahmen vorzubereiten. Zugleich müsse die Sicherheit der Einwohner auf der Inselgruppe der Südkurilen sowie auf der Insel Sachalin im Pazifik gewährleistet werden, sagte Medwedew. Auf den Südkurilen nördlich von Japan brachten die Behörden mehr als 10 000 Menschen in Sicherheit. Die Militäranlagen auf den Inseln waren nicht von dem Tsunami betroffen.

Die Beziehungen zwischen Russland und Japan sind wegen eines Territorialstreits um die Südkurilen seit Jahren gespannt. Die Regierung in Tokio verlangt die Rückgabe der vier Inseln. Russland hingegen betont stets, dass Japan das Gebiet bei der bedingungslosen Kapitulation nach dem Zweiten Weltkrieg an die damalige Sowjetunion übergeben habe.

Schwerstes Beben in Japan seit 140 Jahren

Video: Schwerstes Beben in Japan seit 140 Jahren

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×