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17.08.2016

18:20 Uhr

Brexit-Befürworter Nigel Farage

Die geheimen Geschäfte des Mister F.

VonKerstin Leitel

Der Ukip-Politiker Nigel Farage steht Schlange vor der deutschen Botschaft in London. Warum? Beantragt der Brexit-Befürworter etwa einen deutschen Pass? Die Meldung löst einen Wirbel im Internet aus. Farage schweigt.

Der Ukip-Politiker soll vor der deutschen Botschaft in London gesichtet worden sein. AFP; Files; Francois Guillot

Nigel Farage

Der Ukip-Politiker soll vor der deutschen Botschaft in London gesichtet worden sein.

LondonNigel Farage war vor dem EU-Referendum in Großbritannien allgegenwärtig, galt als das Gesicht der Brexit-Befürworter. Doch seit seinem Rücktritt als Chef der EU-kritischen United Kingdom Independence Party (Ukip) war es ruhig um ihn geworden. Bis jetzt.

Nun sorgte der Facebook-Eintrag einer 19-Jährigen für Wirbel: Der Politiker habe zusammen mit ihr in einer Schlange vor der deutschen Botschaft in London gestanden, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. „Ich nehme an, ihm ist klar geworden dass er uns irgendwie ziemlich über den Tisch gezogen hat und versucht nun schnell, auch eine doppelte Staatsbürgerschaft zu bekommen“.

„Nigel Farage hat die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt?! Es geht tatsächlich immer noch absurder“, twitterte jemand. „Solche Geschichten könne man sich einfach nicht ausdenken“, meinte ein anderer Kommentator dazu auf Twitter. Es fehlten ihr die Worte, twitterte eine andere Person, eigentlich könne sie darüber nur noch „hysterisch lachen“.

Farage wäre nicht der einzige, der nach dem überraschenden Ausgang des EU-Referendums im Juni einen zweiten Pass beantragt. Berichten zufolge haben in diesem Jahr deutlich mehr Briten die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt als in den Jahren zuvor. Deutschlandweite Zahlen gibt es zwar noch nicht, weil Einbürgerungsanträge in den einzelnen Kommunen erfasst und erst später an das Bundesverwaltungsamt weitergegeben werden.

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Verantwortungslos und feige: Ukip-Parteichef Nigel Farage empört mit seinem Rücktritt europäische Politiker. Mit dem Rechtspopulisten verlieren die Brexit-Befürworter innerhalb kürzester Zeit ihr zweites Zugpferd.

Doch mit Blick auf die großen Kommunen zeichne sich „ein eindeutig steigender Trend“ ab, hatte etwa „Der Spiegel“ berichtet. Besonders viele Anträge seien seit dem 23. Juni eingegangen, dem Tag, an dem eine knappe Mehrheit der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hat. Auch die Anfragen für irische Pässe sind nach Informationen britischer Medien zuletzt deutlich gestiegen.

Doch wenn Farage, der mit seiner Ukip-Partei seit Jahren für einen EU-Austritt Großbritanniens geworben hatte und mit einer Deutschen verheiratet ist, einen deutschen Pass beantragt habe, sei das absurd, lautet die einhellige Meinung in den sozialen Netzwerken auf den Facebook-Eintrag.

Farage selbst schweigt. Die Zeitung „The Independent“ schreibt jedoch unter Berufung auf eine Person aus seinem Umfeld, das sei „vollkommener Unsinn“, der 52-Jährige habe keinen deutschen Pass beantragt: „Er war wegen einer persönlichen Angelegenheit bei der Botschaft“, sagte die Person demnach. „Der Gedanke, dass das irgendetwas mit der deutschen Staatsangehörigkeit zu tun haben könnte, ist vollkommener Unsinn“.

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