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02.06.2015

21:02 Uhr

„Brexit“

Schottland soll bei EU-Austritt neu über Unabhängigkeit entscheiden

Sehr zur Freude der EU haben die Schotten gegen ihre Unabhängigkeit gestimmt. Doch im Falle eines „Brexit“ könnte sich das Spiel wiederholen. Die schottische Regierungschefin Sturgeon würde noch einmal abstimmen lassen.

Sollten die Briten die EU verlassen, würde die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon gern noch einmal über die Unabhängigkeit Schottlands entscheiden lassen. Reuters

Scotland First Minister Nicola Sturgeon gives an address at the European Policy Center in Brussels

Sollten die Briten die EU verlassen, würde die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon gern noch einmal über die Unabhängigkeit Schottlands entscheiden lassen.

BrüsselEin Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union dürfte nach Ansicht der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon eine neue Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands nach sich ziehen. Für viele Wähler in Schottland wäre ein Votum gegen den Verbleib in der EU ein „starker Rückschlag“, sagte die Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP) am Dienstag in einer Rede beim Brüsseler European Policy Centre (EPC). Dies würde „die lautstarke Forderung nach einem weiteren Unabhängigkeitsreferendum nach sich ziehen, die möglicherweise nicht mehr gestoppt werden kann“.

Die SNP hatte bei der britischen Parlamentswahl am 7. Mai einen Wahltriumph eingefahren und stellt fast alle der 59 schottischen Abgeordneten im Londoner Parlament. Ein von der SNP betriebenes Unabhängigkeitsvotum war im vergangenen Herbst gescheitert. Bis spätestens 2017 sollen die Briten über den Verbleib in der EU abstimmen. Dieses Referendum hatte Premierminister David Cameron seinen traditionell europaskeptischen Landsleuten für den Fall seiner Wiederwahl versprochen.

Der britische Premier hatte in der vergangenen Woche bei Antrittsbesuchen in mehreren EU-Ländern unter anderem gefordert, die Möglichkeiten der Einwanderung aus der EU nach Großbritannien zu beschränken und den Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien ein stärkeres Gewicht zu geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss bei Camerons Besuch in Berlin Vertragsänderungen nicht grundsätzlich aus, betonte aber, dass zunächst über inhaltliche Fragen und erst dann über Formfragen gesprochen werden solle.

Schottland – Zahlen und Fakten

Geografische Lage

Nördlicher Teil der Insel Großbritannien.

Drei Regionen: Highlands, Central Lowlands und Southern Uplands.

Bevölkerung

ca. 5,1 Mio. Einwohner (Amtssprachen: Englisch, Schottisch-Gälisch, Scots).

Hauptstadt

Edinburgh.

Staatsform

Parlamentarisch kosnstitutionelle Monarchie.

Bodenfläche

78.722 Quadratkilometer.

(Zum Vergleich Bayern: 70550 Quadratkilometer)

Einkommen

Pro-Kopf-Einkommen (kaufkraftbereinigt): 29.806 Euro. Zum Vergleich der EU-Durchschnitt: 25.700 Euro, Deutschland: 32.000 Euro)

Währung

Pfund Sterling (GBP).

Klima

Gemäßigtes, unbeständiges Wetter.

Religion

Church of Scotland 42%, Römisch-Katholisch 16%, andere Glaubensrichtungen 8%.

Staatsoberhaupt

Königin Elisabeth II.

Zu den Forderungen Camerons nach einer Änderung der Europäischen Verträge sagte Sturgeon, dies sei nach Ansicht der SNP nicht notwendig. „Vernünftige“ Reformen seien auch ohne Vertragsänderungen möglich. Im Übrigen glaube sie, dass die EU nicht „ohne Rücksicht auf die Konsequenzen“ alles tun werde, was Cameron verlange.

Von

afp

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