Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.02.2016

13:21 Uhr

Brexit und Wirtschaft

Wie das große Geld Cameron unterstützt

VonKatharina Slodczyk

Rückenwind für David Cameron: Von A wie Air Asia bis W wie WPP – britische Firmen unterstützen den Kampf des britischen Premiers gegen den EU-Austritt des Landes. Doch nicht alle schlagen sich auf seine Seite.

David Cameron kämpft um den Verbleib der Briten in der EU. Reuters

David Cameron

David Cameron kämpft um den Verbleib der Briten in der EU.

LondonDie Liste ist lang und reicht von BP-Chef Bill Dudley über den Burberry-Boss Christopher Bailey, Gavin Patterson von der BT Group bis hin zum Vodafone-Vorstandsvorsitzenden Vittorio Colao. Gut ein Drittel aller britischen Großunternehmen, die im Aktienindex FTSE 100 gelistet sind, haben sich in einen offenen Brief für die weitere Zugehörigkeit des Landes zur Europäischen Union ausgesprochen.

„Unternehmen brauchen den ungehinderten Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit seinen 500 Millionen Menschen, um weiter zu wachsen, zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen“, heißt es darin. Und weiter: „Wir glauben, dass ein EU-Austritt Investitionen zurückhalten würde, Jobs bedrohen und die Wirtschaft in Gefahr bringen könnte.“

Die Krisen der Europäischen Union

EU-kritische Parteien

Populistische Parteien, die sich teils offen gegen die EU oder den Euro stellen, haben in vielen Ländern starken Zulauf. Das gilt beispielsweise für die Front National in Frankreich.

Spaltung der EU

Immer häufiger können sich nicht alle 28 EU-Mitglieder auf eine gemeinsame Linie einigen. Hinzu kommen Spaltungstendenzen in einzelnen EU-Staaten. So könnte sich etwa Katalonien von Spanien lossagen oder Schottland von Großbritannien.

Brexit

Großbritannien will der EU Reformen nach eigenen Vorstellungen abringen. Andernfalls, droht Premierminister David Cameron, könnten seine Landsleute beim geplanten Referendum für einen EU-Austritt („Brexit“) stimmen. Die Verhandlungen sind schwierig, da viele andere EU-Staaten einen britischen Sonderweg ablehnen.

Eurokrise

In dramatischen Verhandlungen zur Rettung Griechenlands vor der Staatspleite wurde 2015 ein Auseinanderbrechen der Eurozone gerade noch verhindert. Das hoch verschuldete Krisenland ist aber immer noch nicht über den Berg. Sorgen macht Brüssel derzeit auch Portugal mit seiner neuen Links-Regierung, denn diese will sich vom Kurs der Budgetsanierung offensichtlich verabschieden. An den Finanzmärkten wird dies sehr kritisch beobachtet.

Flüchtlingskrise

Der Zustrom von Hunderttausenden Flüchtlingen stellt den Zusammenhalt in der EU auf eine schwere Probe. Eine Einigung zur europaweiten Verteilung Asylsuchender ist nicht in Sicht. Beim Schutz der Außengrenzen hapert es. Es droht deshalb der Zerfall des eigentlich grenzkontrollfreien Schengenraums.

Die großen Arbeitgeber unter den Unterzeichnern beschäftigen fast vier Prozent der britischen Erwerbsbevölkerung. Das entspricht etwa 1,2 Millionen Menschen. Einige große Namen sind allerdings nicht dabei – etwa die Supermarktketten Tesco und Sainsbury. Die Abstimmung über die künftigen Beziehungen zwischen London und Brüssel sei eine Sache der Briten. „Unser Fokus ist es, dem Kunden zu dienen“, begründete einer der Handelskonzerne seinen Standpunkt. Bei anderen Unternehmen heißt es, man wolle sich nicht in die Politik einmischen und damit Kritik seiner Kunden auf sich ziehen. Die Erfahrung haben einige Firmen im Vorfeld des Unabhängigkeitsreferendums in Schottland im Herbst 2014 gemacht.

Die Briten werden am 23. Juni in einem Volksentscheid über den Brexit, den möglichen Austritt aus der EU, abstimmen. Großbritanniens Premier David Cameron hatte vergangene Woche ein Reformpaket mit den anderen EU-Staats- und Regierungschefs vereinbart, das seinem Land eine Sonderrolle innerhalb der Staatengemeinschaft einräumt. Damit wirbt er gegen den Brexit.

Kommentare (23)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.02.2016, 13:31 Uhr

Der Bürger entscheidet und nicht das Geld oder Unternehmen.

Herr C. Falk

23.02.2016, 13:31 Uhr

Die Engländer sind Pragmatiker und keine "Ideologen" oder "Idealisten". Das zeichnet die Nation aus.

Sie werden sich letzlich so entscheiden, wie es den Interessen ihres Landes entspricht.

Herr Walter Gerhartz

23.02.2016, 13:35 Uhr

Die Engländer waren immer schon Piraten und Krämerseelen, die NUR auf den eigenen Vorteil bedacht waren und sind (siehe auch Maggi Tatcher)
-
Sie sind ja auch Mitanteilseigner der US-FED und kämpfen zusammen mit den USA um den Dollar hochzuhalten.
-
Bei allen US-Kriegen waren sie immer willige Helfer, da man gleiche Interressen hat.
-
Ein solches Land in der EU ist praktisch der Spion der USA, aber in Deutschland sind ja auch in den höchsten Kreisen die US-Willigen tätig-
-
Also Fazit: EU ohne England wäre durchaus wünschenswert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×