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01.07.2016

06:02 Uhr

Brexit-Votum

So groß ist der Schaden für Europas Konjunktur

Die Unsicherheit nach dem Nein der Briten zur EU ist groß. Viele Länder fürchten die konjunkturellen Folgen, auch Deutschland wird den Brexit spüren. Ein Streifzug unserer Korrespondenten durch Europas Wirtschaft.

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Brexit: Wer gewinnt, wer verliert?

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London, Rom, Stockholm, Berlin, Wien, ParisKurzfristig schadet das Brexit-Votum der deutschen Wirtschaft wenig, mittelfristig womöglich schon. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer ersten Analyse mehrerer Studien, die im Vorfeld des Referendums erstellt wurden. Die Handelsbeziehungen mit den britischen Unternehmen bleiben rechtlich bis zum tatsächlichen Vollzug des Austritts bestehen, an Zöllen, Marktzugängen ändert sich nichts.

„Die Geschäftspartner jenseits und diesseits des Kanals werden versuchen, ihre langen und guten Beziehungen zu pflegen“, schreiben Michael Gröming und Michael Hüther. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kam nach Analysen seines Hauses zu dem Schluss, dass die Auswirkungen auf das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr im „nicht messbaren Bereich“ lägen.

Als größtes Risiko sehen die beiden IW-Autoren die Unsicherheit: Der IW-Index der Politischen Unsicherheit schlägt derzeit fast so stark aus wie während der Finanzkrise 2008. Dazu trugen bereits vor dem Briten-Votum die Unstimmigkeiten in der EU in der Flüchtlingsfrage, über den richtigen Reformkurs, die hohe Staatsverschuldung und die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bei. Dies könnte das Geschäftsklima mittelfristig beschädigen und zu Investitionszurückhaltung und in der Folge zu schwächerem Wachstum führen.

Nach einer Analyse der Deutschen Bank sind später, beim Vollzug des Brexit, die Auto- und die Pharmabranche am stärksten betroffen. Die Automobilindustrie exportiert 12,8 und die Pharmaindustrie 10,8 Prozent ihrer Ausfuhren nach Großbritannien. Die erwartete Aufwertung des Euro gegenüber dem Pfund verteuert ihre Produkte für Briten. Für die Automobilindustrie war 2015 Großbritannien das wichtigste Exportland, in das 810.000 Autos verkauft wurden.
Der Industrieverband BDI fürchtet, dass die Unsicherheit zu „einem deutlichen Rückgang des Geschäfts mit den Briten führen wird“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. „Neue deutsche Direktinvestitionen auf der Insel sind kaum zu erwarten“, sagte er. Die Industrie hoffe deshalb, dass sich in den Verhandlungen der EU mit den Briten der Wille zu weiterer Zusammenarbeit durchsetzen möge.
Donata Riedel, Berlin

Kommentare (35)

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Herr Peter Noack

01.07.2016, 08:08 Uhr

Nicht ein einziges, der hier genannten Krisenszenarien wird eintreten, weil alles nur mit Klischees und Scheuklappen betrachtet wird.
Wie mag man den Schaden eines Brexit berechnen, der weder eingereicht noch ausverhandelt ist???
Lauter Falschmeldungen auf acht seiten.

Herr Robbie McGuire

01.07.2016, 08:38 Uhr

Der Industrieverband BDI fürchtet, dass die Unsicherheit zu „einem deutlichen Rückgang des Geschäfts mit den Briten führen wird“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber.

Typische Schwarzmalerei des BDI. Es könnte sogar das Gegenteil eintreten bis engültig klar ist, wohin der Weg führt. Getreu der der Devise: Die Aktivitäten intensivieren und noch mitnehmen, was mitzunehmen ist.

Herr Grutte Pier

01.07.2016, 09:08 Uhr

Die größte Gefahr für die europäische Konjunktur geht seit Jahren von einer unlegitimierten EU-DSSR „Elite“, unzähligen Rechtsbrüchen, einem ungezähmten Brüsseler Bürokratiemonster und dem €uro-Großmeister -„Whatever it takes“-Drucker-Draghi aus.

Es gab ein Leben vor dieser EU, so wie sie sich heute darstellt.
Auf diesen „Level“ muss der Laden zurückgeführt werden.

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