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24.02.2011

10:43 Uhr

Briten sollen entscheiden

Schweden lässt von Assange ab

Großbritannien hat es in der Hand, ob Wikileaks-Gründer Julian Assange an Schweden ausgeliefert wird. Die Regierung in Stockholm will sich in jedem Fall der Entscheidung beugen.

Stockholm/London

Die schwedische Staatsanwaltschaft überlässt die Entscheidung über eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange der britischen Justiz und will von sich aus keine Berufung einlegen. Das kündigte die Sprecherin der zuständigen Anklagebehörde, Karin Rosander, am Donnerstag wenige Stunden vor der Entscheidung eines Londoner Gerichts über das Auslieferungsbegehren an.

Gegen den australischen Internet-Aktivisten wird in Stockholm wegen Verdacht auf Vergewaltigung und sexuelle Nötigung ermittelt.

Rosander sagte der Nachrichtenagentur dpa, wenn das Londoner Gericht den Auslieferungsantrag ablehnen sollte, entscheide allein die britische Staatsanwaltschaft über einen möglichen Berufungsantrag. Sie meinte weiter: "Wir haben mit der Durchführung des Auslieferungsverfahrens selbst überhaupt nichts zu tun."

Im Fall von grünem Licht für die Auslieferung haben die Assange-Anwälte ihrerseits bereits einen Berufungsantrag angekündigt.

Rechtsexperten erwarten, dass das britische Gericht die Auslieferung des 39 Jahre alten Australiers auf der Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls anordnen wird. Mit einer schnellen Auslieferung des Internet-Aktivisten ist bei einer Berufung nicht zu rechnen. Das Verfahren in Großbritannien wird sich voraussichtlich in zweiter Instanz noch Wochen hinziehen.

Der Australier bestreitet die Vorwürfe zweier Schwedinnen und sieht die Ermittlungen gegen ihn als Teil eines US-Komplotts wegen der Wikileaks-Enthüllungen. Das Londoner Gericht hat eine Entscheidung für den Nachmittag angekündigt.

Von

dpa

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