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23.01.2005

10:35 Uhr

Britische Regierung gegen zweiten Krieg im Nahen Osten

Straw wirbt für Verhandlungen mit dem Iran

Während die US-Regierung einen Militäreinsatz gegen Iran nicht ausschließt, will Großbritannien im Atomstreit weiter verhandeln. Außenminister Straw sagte, nur so könne eine friedliche Lösung gefunden werden.

HB BERLIN. Der britische Außenminister Jack Straw hat sich dafür ausgesprochen, dass der Atomstreit mit dem Iran durch Verhandlungen gelöst werden sollte. Damit reagierte er indirekt auf die Ankündigungen der US-Regierung, das Land könne das nächste Angriffsziel sein, sollte die Regierung in Teheran im Streit um ihr Atomprogramm nicht einlenken.

Wie die Zeitung «Sunday Times» berichtet, kommt Straw in einen 200-seitigen Dossier zu dem Schluss, dass eine diplomatische Lösung unter der hauptsächlichen Leitung von Delegierten aus Großbritanniens, Deutschland und Frankreichs «im besten Interesse Irans und der internationalen Gemeinschaft» liege.

Die US-Regierung hatte Iran in der vergangenen Woche als den «brisantesten Krisenherd der Welt» bezeichnet und auch einen Militäreinsatz nicht ausgeschlossen.

Wie die «Sunday Times» berichtet, will Straw mit seinem Dossier vor allem deutlich machen, dass sich die Regierung in London nicht vom Weißen Haus in einen zweiten Krieg im Nahen Osten verwickeln lassen wolle. «Jack (Straw) macht klar, wie auch Tony (Blair), dass wir nicht in das amerikanische Säbelrasseln einstimmen werden, um Iran dazu zu bringen, seine internationalen Verpflichtungen einzuhalten», wird ein namentlich nicht genanntes Kabinettsmitglied zitiert.

Bei einem Treffen mit der künftigen US-Außenministerin Condoleezza Rice am Montag in Washington werde der britische Außenminister die Ergebnisse seines Dossiers vorstellen und die Haltung der Regierung in London verdeutlichen, berichtet das Blatt.

Großbritannien gehört neben Deutschland und Frankreich zu der EU-Troika, die seit Herbst 2003 Verhandlungen mit der Regierung in Teheran über ein Ende der Uran-Anreicherung in dem Land führt. Die iranische Regierung hatte stets darauf bestanden, dass diese Anreicherung keinerlei militärischen Zielen diene, sondern lediglich der zivilen Nutzung der Atomkraft zugute kommen solle.

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