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18.01.2013

09:44 Uhr

Britische Regierung

Lage bei Geiselkrise in Algerien bleibt unklar

Seine lange angekündigte Europa-Rede sagte der britische Premier am Donnerstag ab - das Land sollte sich viel mehr auf „sehr schlechte Nachrichten“ aus Algerien vorbereiten. Noch immer ist das Geiseldrama nicht beendet.

Gasfeld in Algerien - internationale Mitarbeiter wurden als Geiseln genommen. dapd

Gasfeld in Algerien - internationale Mitarbeiter wurden als Geiseln genommen.

LondonDas Geiseldrama auf einem Gasfeld in Algerien ist nach Darstellung des britischen Außenministeriums noch nicht beendet. Die Situation auf der Anlage sei unklar, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitagmorgen. Premierminister David Cameron habe am Donnerstag zweimal mit seinem algerischen Amtskollegen Abdelmalek Sellal gesprochen.

Der Konflikt in Algerien

Die radikale islamische Organisationen

In Algerien sind seit langem radikale islamische Organisationen aktiv. Anfang der 1990er Jahre entbrannte ein blutiger Konflikt zwischen Regierung und Fundamentalisten in dem nordafrikanischen Land.

Der Bürgerkrieg

Als sich während der Wahl im Dezember 1991 ein Sieg der Islamisten abzeichnete, brach die Armee die Wahl ab. In dem anschließenden Bürgerkrieg sollen bis zu 150 000 Menschen getötet worden sein.

Die radikal-islamische Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC)

Der seit 1999 amtierende Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika leitete in Algerien eine Politik der nationalen Versöhnung mit einer Generalamnestie für umkehrwillige Terroristen ein. Die radikal-islamische Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) setzte jedoch ihre Anschläge fort.

El Kaida im islamischen Maghreb (AQMI)

Die Terrororganisation, die sich seit Anfang 2007 El Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) nennt, sorgte mit schweren Anschlägen immer wieder für Schlagzeilen. Sie ist mittlerweile in der ganzen Region aktiv. Die algerische Sicherheitskräfte konnten zwar die terroristischen Aktivitäten eindämmen, aber die AQMI stellt weiter eine Bedrohung dar.

Die britische Regierung geht davon aus, dass eine größere Zahl von Landsleuten in der Krise ums Leben gekommen sein könnte. Cameron, der wegen der Geiselkrise eine lang angekündigte Grundsatzrede zur Europapolitik in Amsterdam absagte, sprach am Donnerstagabend von „sehr schlechten Nachrichten“, auf die sich das Land vorbereiten müsse.

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Ein britischer Beamter in Algerien sagte dem Sender CNN, es sei eine „erhebliche Zahl“ von Briten in der Hand der Geiselnehmer. Genaue Zahlen nennen die Behörden aus Sicherheitsüberlegungen bewusst nicht. Cameron hatte bereits am Donnerstag den Tod eines britischen Arbeiters bestätigt. Zwei Schotten sollen entkommen sein, auch ein Ire konnte fliehen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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elly

18.01.2013, 10:27 Uhr

Ich denke seine Rede zum Stand der Lage, Großbritanien zur EU, müsste er sich nochmal gründlich überlegen.

Die unkontrollierbare Entwicklung in Algerien bzw. im gesamten Westafrikanischen Kontinent sollte die Länder in Europa einger zusammen stehen lassen!

Jetzt kommt es doch darauf an diese Mörder dingfest zu machen.

Es kann nicht sein, dass in absehbarer Zeit der Terrorismus bei uns landet nur weil wir jetzt nicht handeln, sondern schlafen! Mit den Leuten ist nicht zu verhandeln, das sollten die Weicheier in Europa jetzt endlich mal kapieren!

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