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10.01.2007

10:11 Uhr

Britischer Geheimdienst

London lehnte Anschlag auf Hitler ab

Der britische Geheimdienst hat Medienberichten zufolge im Zweiten Weltkrieg einen seiner Agenten von einem Selbstmordanschlag auf Adolf Hitler abgebracht. Das gehe aus jetzt frei gegeben Dokumenten des Geheimdienstes MI5 hervor, berichtet die „Times“. Der Agent Eddie Chapman habe 1944 angeboten, den Nazi-Diktator bei einer Veranstaltung mit einer Bombe zu töten und dabei sein eigenes Leben zu opfern. Für die Ablehnung der Offerte hatte die MI5-Führung mehrere Gründe.

dpa LONDON. Die Offerte sei von der MI5-Führung unter anderem wegen der kriminellen Vergangenheit Chapmans abgelehnt worden. Zudem gingen Historiker heute davon aus, dass Hitler der britischen Führung 1944 wegen seiner mittlerweile irrationalen Kriegsstrategie möglicherweise „lebend nützlicher erschien als tot“.

Chapman war im Juni 1940 als 27-Jähriger nach der Besetzung der Kanalinsel Jersey durch die Deutschen aus dem dortigen Gefängnis befreit worden, wo er eine Strafe wegen Einbruchdiebstahls absaß. Der deutsche Militärgeheimdienst machte Chapman zum Agenten und schickte ihn nach London, wo er sich umgehend dem MI5 stellte.

Die Briten nutzten den Ex-Einbrecher als Doppelagenten und schickten ihn zurück nach Deutschland – jedoch mit der ausdrücklichen Weisung, dort „keinerlei wilde Unternehmungen zu starten“. Chapman habe zuvor erklärt, er habe dank bester Kontakte zur deutschen Abwehr die Möglichkeit, sich Hitler mit einer versteckten Bombe in Uniform zu nähern.

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