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28.09.2014

16:32 Uhr

Brüssels Abgeordnete auf dem Prüfstand

Wer wird straucheln?

Europaabgeordnete sind mächtig, und sie lassen es gerne andere spüren. Von diesem Montag an werden die Parlamentarier 27 neue EU-Kommissare auf Herz und Nieren prüfen. Welcher Anwärter kommt ins Schwitzen?

Die Volksvertretung wählte zwar bereits Jean-Claude Juncker, muss aber noch seiner gesamten Equipe zustimmen - und das will sie nicht so ohne weiteres. dpa

Die Volksvertretung wählte zwar bereits Jean-Claude Juncker, muss aber noch seiner gesamten Equipe zustimmen - und das will sie nicht so ohne weiteres.

BrüsselIm riesigen Parlamentsgebäude sind an jeder Ecke Spekulationen und Gerüchte zu hören. Es geht vor allem darum, welcher Anwärter bei dem eineinhalbwöchigen Interview-Marathon potenziell zu Fall gebracht werden könnte. Die Volksvertretung wählte zwar bereits Juncker, muss aber noch seiner gesamten Equipe zustimmen. Es gibt also noch einmal die Gelegenheit, Muskeln richtig spielen zu lassen.

Sechs Namen fallen immer wieder. Da ist der konservative Spanier Miguel Arias Cañete. Dem künftigen Klima- und Energiekommissar werden Erdölaktien und angeblicher Sexismus vorgehalten. Als Wackelkandidatin gilt die sozialliberale Slowenin Alenka Bratusek. Sie soll sich als frühere Regierungschefin in Ljubljana selbst für den Spitzenjob nominiert haben. Kann das sein, war das undemokratisch? „Da wird es hoch hergehen“, meint ein Parlamentarier mit Blick auf das Hearing.

Dass ausgerechnet der Brite Jonathan Hill die Bereiche Finanzstabilität und Finanzdienstleistungen verantworten soll, verstehen viele Parlamentarier nicht. „Die britische Regierung schützt computergestützten Hochfrequenzhandel, undurchsichtige Finanzprodukte und ausufernde Millionengehälter für antisoziale Zockerei“, meint SPD-Finanzexperte Udo Bullmann. Eins ist bereits klar: Der Konservative mit Adelstitel wird nicht für die umstrittenen Banker-Boni verantwortlich sein.

Vor allem Konservative sind wenig glücklich mit dem französischen Sozialisten Pierre Moscovici, der Wirtschaft und Finanzen übernehmen soll. Der Pariser Ex-Minister und Vertraute von Staatspräsident François Hollande gilt aber nicht als richtig gefährdet. In das Visier von Kritikern gerieten auch der designierte Kulturkommissar Tibor Navracsics aus Ungarn und der als Umweltkommissar vorgesehene Malteser Karmenu Vella.

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