Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2015

18:24 Uhr

Brüssels Problemviertel nach den Anschlägen

Molenbeek kämpft gegen seinen Ruf als „Terror-Nest“

VonKhang Nguyen

Molenbeeks Ruf ist spätestens seit den Anschlägen von Paris ruiniert. Doch die Bürger des Brüsseler Stadtviertels wollen das Bild der Islamisten-Hochburg Europas nicht hinnehmen. Ein Ortsbesuch.

Molenbeek gilt als Hochburg von radikalen Islamisten. Die Bewohner wehren sich gegen dieses Image. AFP

Das Problemviertel

Molenbeek gilt als Hochburg von radikalen Islamisten. Die Bewohner wehren sich gegen dieses Image.

BrüsselAuf dem Gemeenteplein, dem Gemeindeplatz, steht ein aus Kerzen geformtes „Molenbeek“. Der Buchstabe „o“ ist als Eiffelturm-Peace-Zeichen dargestellt. Immer wieder kommen Menschen hinzu und zünden Lichter an. Wenige Meter davon entfernt stehen weitere Kerzen, die als Postleitzahl des Problemviertels „1080“ angeordnet sind.

Für einen Abend mitten in der Woche herrscht großer Andrang auf dem Platz vor dem Gemeentehuis, dem Rathaus. Mehr als 1.000 Bürger aus Molenbeek und den anderen 18 Gemeinden Brüssels sind gekommen. Sie wollen ein Zeichen setzen gegen die Negativschlagzeilen über ihr Viertel.

Die Bürger tragen selbstgebastelte Plakate und Fahnen in die Höhe, etwa mit der Aufschrift: „I Love Molenbeek“. Sie rufen zum Frieden auf. Eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge von Paris wird von Gesängen der Demonstranten unterbrochen: „Wir sind nicht alle Terroristen“, lautet ihre zentrale Botschaft.

Noch nie hat Thes Pascale so viele Menschen, vor allem aber Journalisten, hier gesehen. Seit zehn Jahren unterrichtet sie als Sportlehrerin an der Athenee Serge Creuz-Schule in Molenbeek. Gemeinsam mit ihren Schülern hat sie Plakate gemalt, auf denen viele bunte Puzzleteile zu sehen sind. Es ist eine Anspielung auf den hohen Ausländeranteil im Stadtviertel. Nach wie vor unterrichte sie gerne in Molenbeek – größere Probleme gab es noch nie, sagt sie.

Das Peace-Zeichen, geformt aus brennenden Kerzen: Bürger des Brüsseler Stadtviertels Molenbeek gedenken den Opfern von Paris. ap

Gedenken an die Opfer von Paris

Das Peace-Zeichen, geformt aus brennenden Kerzen: Bürger des Brüsseler Stadtviertels Molenbeek gedenken den Opfern von Paris.

Von den Medienberichten, die das Viertel im Nordwesten Brüssels als „Terror-Nest“ darstellen, ist sie daher wenig begeistert. Damit steht sie nicht allein: Viele der Anwesenden diskutieren miteinander über die jüngsten Ereignisse. Sie sind daran interessiert, den Medienvertretern ihre Ansichten darzulegen.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Vinci Queri

19.11.2015, 18:39 Uhr

>> Molenbeeks Ruf ist spätestens seit den Anschlägen von Paris ruiniert >>

Ist der Ruf erst ruiniert, läßt sich's leben ungeniert !

Diese Molenbeeks gibt es zuhauf überall in Europa. Auch Deutschland ist damit übersät.

Und jedes Container-Dorf mutiert zwangsläufig nach einer gewissen Schmorzeit zum "Molenbeek" !

Account gelöscht!

19.11.2015, 18:42 Uhr

Und die Politik glaubt aber wirklich nicht, dass es soetwa wie ein Molenbeek bei uns nicht gibt.

Na ja, Dusiburg-Maxloh, wo vor kurzen die Bundeskanzlerin ist zumindest mal so groß wie Moelnbeek.

Und dabei gibt es noch ganz andere Regionen und zwar zwischenzeitlich in fast jeder größeren Stadt in Deutschland. gettos nennt man das, No-Go-Areas wo ganze Clans die Szene mit ihrer bandenkriminalität beherrschen.

Na ja, wenn über 90 Nationen in solchen Gebieten sich tummeln, da braucht man sich zukünftig -auch in Deutschland- über nichts zu wundern.

Frau mona mariposa

19.11.2015, 18:45 Uhr

Etwas realitätsbezogener:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_westliche_selbsthassVollansichtFavorit

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×