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17.12.2011

09:22 Uhr

Buchrezension Joseph Nye

Gibt es einen Krieg zwischen den USA und China?

VonThorsten Giersch

Die USA sind das mächtigste Land der Welt – noch. Denn vor allem China holt mit großen Schritten auf. Doch kann das Land der Mitte die USA wirklich einholen und wird es Kämpfe um die Macht geben?

Wie werden sich die Beziehungen zwischen USA und China entwickeln? AFP

Wie werden sich die Beziehungen zwischen USA und China entwickeln?

DüsseldorfDas wird Barack Obama nicht gerne hören: „Die USA müssen lernen, wieder eine intelligente Macht zu sein.“ Dieser Satz stammt aus dem Buch „The Future of Power “ von Joseph Nye. Es hat in den USA für großes Aufsehen gesorgt und ist nun auch auf Deutsch erschienen.

Joseph Nye ist Professor an der Kennedy School of Government in Harvard, war früher aber auch selbst Politiker, zum Beispiel als stellvertretender Verteidigungsminister in der Clinton-Regierung. Sein Buch „Soft Power“ wurde 2004 zum Welthit.

Die Ideen des international höchst angesehenen Politologen werden sehr ernst genommen – und seine Kritik auch. Seine These: Wenn die USA nicht erheblich an Macht einbüßen wollen, müssen sie ihre Politik ändern.

Zwar hat noch nie ein Land so große Macht gehabt wie die USA im Moment. Aber offenkundig ist, dass Länder wie China enorm aufholen – wirtschaftlich wie politisch. Auch wenn die USA das mächtigste Land der Welt bleiben werden: Für Nye steht eindeutig fest, dass die Vereinigten Staaten Partner brauchen, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern zu können. Sie können nicht aus eigener Kraft Frieden und Wohlstand bewahren.

Zudem müssen die USA die richtige Strategie finden zwischen harter und weicher Macht. Und diese Strategie sollte ihr Hauptaugenmerk auf folgende fünf Herausforderungen richten:

Die fünf Herausforderungen

1. Terror mit Atomwaffen

Die größte Bedrohung für den amerikanischen Way of Life wäre die Verquickung von Terrorismus und atomaren Waffen. Dafür braucht es eine Auslandspolitik, die die Verbreitung von waffenfähigem Material möglichst eindämmt.

2. Der politische Islam

Der Kampf gegen den extremen islamischen Terrorismus ist kein Kampf der Kulturen, sondern ein Bürgerkrieg innerhalb des Islam. Es muss dem Westen gelingen, die Sympathie der islamischen Bevölkerung so weit zu gewinnen, dass der Mythos des Radikalen eingedämmt wird.

3. Aufkommen einer Hegemonialmacht in Asien

Es bedarf einer Politik, die China als verantwortungsvollen Partner willkommen heißt. Dabei dürfen die guten Verbindungen zu Japan, Indien und anderen asiatischen Ländern aber nichts aufs Spiel gesetzt werden.

4. Große Wirtschaftskrise

Die US-Wirtschaft kann nicht allein leben, sie ist von dem Rest der Welt abhängig. Das gilt besonders für den Import von Öl. Diese Abhängigkeit sollte reduziert werden.

5. Ökologischer Unglücksfall

Die fünfte große Herausforderung wäre zum Beispiel eine schwere Pandemie oder erhebliche Schäden durch den Klimawandel. Hier bedarf es einer rechtzeitigen Zusammenarbeit mit den internationalen Institutionen sowie einer klugen Energiepolitik.

Nyes Empfehlung lautet stark verkürzt: Die USA müssen harte und weiche Macht besser kombinieren und geschickter einsetzen. Damit ist nicht der Unterschied zwischen Militär und Diplomie gemeint: Unter „harter“ Macht versteht Nye, wenn ein Staat mit Zuckerbrot und Peitsche operiert. Mit „weicher“ Macht meint er, wenn man auf Überzeugungsart und Attraktion setzt. Einen Flugzeugträger kann man also mit harter und mit weicher Macht einsetzen

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

17.12.2011, 10:10 Uhr

Chinas wirtschaftlicher und somit politischer "Erfolg" hängt stark vom Export des Landes ab .
Verkaufen können sie ihre wahren allerdings ausschließlich über den preis , was die Lösung des Problemes durch Besteuerung (Einfuhrzölle )sehr vereinfachen würde !
Klar das China im Gegenzug ebenfalls solche Besteuerung verhängen würde, aber darüber dürfte der Westen sich keine sorgen machen , Chinas Exporte sind weit größer als deren Importe .
Politische Macht setzt Wirtschaftliche voraus !

Island

17.12.2011, 12:04 Uhr

Geschichte wiederholt sich nicht.

Ich halte es für sehr wahrscheinlich das die USA einen Krieg oder ähnliche Maßnahmen gegenüber China oder anderen aufstrebenden Nationen durchführt.

In der Vergangenheit haben die USA gegenüber aufstrebenden Nationen auch den Krieg als Mittel gewählt. Denken wir doch an den Angriffskrieg (1914-18) gegen das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, das Osmanische Reich und Bulgarien.

Großbritannien verfolgte gegenüber großen Wirtschafts- und Militärmächte immer wieder erfolgreich diese Politik z. b. gegen Spanien, Frankreich, Russland, Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Niederlande.

Damit waren sie sogar im zweiten Weltkrieg erfolgreich. Der Untergang des Empires (1/4 der Welt wurde erobert) wurde nicht unbedingt auf den Schlachtfeldern der Welt entschieden, es beschleunigte es nur.

Der Untergang des Amerikanischen Imperiums wird schleichend eingeläutet. Seit knapp 100 Jahren dominiert die USA die Welt es können noch weitere 50 Jahre vergehen bis die USA nur noch eine Macht unter vielen ist.

Das wird aber von den Eliten der USA abhängen

Account gelöscht!

17.12.2011, 14:12 Uhr

Seit Ende des 2.Weltkrieges haben die USA doch keinen Krieg mehr gewonnen, außer der Invasion Grenadas und das war ja nun wirklich kein Glanzstück. In allen anderen Konflikten welche sie von Zaun brachen waren die auf die Hilfe ihrer Vasallen angewiesen und selbst mit deren Hilfe bekamen die die Hucke voll. Ich nenne nur Vietnam, Irak, Afghanistan. Den Iran trauen die sich erst gar nicht anzugreifen. In Somalia wurden die von einem Haufen Krimineller in die Flucht geschlagen wie auch im Libanon. Und die wollen gegen China Krieg führen?

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