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16.03.2013

10:09 Uhr

Bürgerkrieg

CIA bereitet mögliche Drohnenangriffe in Syrien vor

Die CIA bereitet offenbar mögliche Drohnenangriffe auf syrische Islamisten vor. Laut eines Berichts fehlt noch die Genehmigung von Präsident Obama. Informationen sammele der Geheimdienst aber trotzdem schon.

Syrische Rebellen in Aleppo. Seit zwei Jahren liefern sie sich einen Kampf mit dem Regime von Präsident Baschar al-Assad. dpa

Syrische Rebellen in Aleppo. Seit zwei Jahren liefern sie sich einen Kampf mit dem Regime von Präsident Baschar al-Assad.

Los AngelesDer US-Geheimdienst CIA bereitet laut einem Zeitungsbericht mögliche Drohnenangriffe auf radikale Islamisten in Syrien vor. Noch habe US-Präsident Barack Obama kein grünes Licht für Drohnenangriffe in Syrien gegeben, berichtete die „Los Angeles Times“ am Freitag unter Berufung auf aktive und ehemalige US-Behördenvertreter. Auch werde derzeit nicht über ein solches Vorgehen nachgedacht. Dennoch wolle der Geheimdienst auf mögliche terroristische Bedrohungen vorbereitet sein. Das Terrorabwehrzentrum der CIA sammle mit Blick auf diese Möglichkeit verstärkt Informationen über syrische Islamisten.

Dem Bericht zufolge wurde eine CIA-Einheit gebildet aus Beamten, die mögliche Angriffsziele auskundschaften, und Agenten, die vormals Al-Kaida-Kämpfer im Irak verfolgten. Der US-Geheimdienst arbeite in der Angelegenheit außerdem eng mit den Geheimdiensten Saudi-Arabiens, Jordaniens und anderer Länder in der Region zusammen.

Zwei Jahre blutiger Kampf um die Macht

15. März 2011:

Erste Protestdemonstration in der syrischen Hauptstadt Damaskus gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

18. März:

Tausende demonstrieren gegen Assad, es gibt Tote. Am 22. April gehen 100 000 auf die Straße, mindestens 112 sterben.

23. Juni:

Nach Einschlägen syrischer Granaten auf türkischem Gebiet schießt Syrien nahe der Stadt Latakia einen türkischen Militärjet ab. Ankara stationiert daraufhin Raketenabwehrsysteme an der Grenze.

31. Juli:

Das Regime erobert die Widerstandshochburg Hama. Laut Opposition sterben mindestens 100 Menschen.

3. August:

Der UN-Sicherheitsrat einigt sich auf eine „Präsidentielle Erklärung“ zur Verurteilung des Regimes in Damaskus. Eine gewichtigere Resolution scheitert am Veto Russlands und Chinas. Beide Länder blockieren in den folgenden Monaten zwei weitere Resolutionen.

2. Oktober:

Die syrische Opposition bildet einen Nationalrat.

22. Dezember:

Erste Beobachter der Arabischen Liga treffen in Syrien ein. Vier Wochen später wird ihr Einsatz wegen der Gewalt beendet.

23. Dezember:

In Damaskus sterben bei den ersten Selbstmordanschlägen im Bürgerkrieg mindestens 44 Menschen, mehr als 160 werden verletzt.

4. Februar 2012:

Aus der Protesthochburg Homs wird das schlimmste Blutbad seit Beginn der Proteste gemeldet. Hunderte Menschen sterben.

13. Februar:

Das Regime weist den Vorschlag der Arabischen Liga zurück, UN-Friedenstruppen nach Syrien zu schicken. Kurz darauf nennt Assad den 26. Februar als Termin für ein Verfassungsreferendum. Die Verfassung tritt am 28. Februar in Kraft.

25. Februar:

In Tunis gründen mehr als 60 Staaten die „Freundesgruppe“ für ein demokratisches Syrien.

27. März: Syrien akzeptiert den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan, der eine von den UN beobachtete Waffenruhe vorsieht.

25. Mai:

Bei einem Massaker im Ort Al-Hula kommen mehr als 100 Zivilisten ums Leben.

13. Juli:

Nach Angaben der Opposition sollen bei einem Massaker nahe Hama bis zu 250 Menschen von Regierungstruppen getötet worden sein.

18. Juli:

Bei einem Bombenanschlag der Rebellen auf den nationalen Krisenstab kommen mehrere Mitglieder der syrischen Führung ums Leben - darunter der Verteidigungsminister und Assads Schwager.

2. August:

UN-Vermittler Annan gibt auf. Es werden neue Massaker an syrischen Zivilisten gemeldet.

16. August:

Wegen der ausufernden Gewalt wird die UN-Beobachtermission beendet.

24. Oktober:

Der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi als neuer UN-Vermittler erklärt, beide Seiten seien zu einer Feuerpause bereit. Die auf vier Tage angelegte Waffenruhe hält keine drei Stunden.

11. November:

Regimegegner bilden die „Nationale Koalition“ und wählen den Prediger Ahmed Muas Al-Chatib zum Vorsitzenden. Zuvor gab der Syrische Nationalrat Ansprüche auf eine Vormachtstellung auf.

6. Januar 2013:

Assad will mit einer nationalen Mobilmachung seinen Sturz verhindern. Er verspricht in seiner ersten öffentlichen Rede seit sieben Monaten Reformen, eine neue Verfassung und Regierung. Eine politische Lösung mit bewaffneten Rebellen schließt er aus.

28. Januar:

Die Nato schützt die Türkei mit „Patriot“- Raketenabwehrstaffeln vor Angriffen aus Syrien. Zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien dürfen sie nicht eingesetzt werden.

21. Februar:

In Damaskus kommen bei einem Bombenanschlag nahe der Zentrale von Assads Baath-Partei mindestens 53 Menschen ums Leben. Das Hauptquartier des Militärs wird mit Granaten beschossen.

28. Februar:

Die Staaten der „Freundesgruppe“ wollen Syriens Opposition politisch und finanziell helfen, aber keine Waffen liefern.

3. März:

Assad lehnt einen Gang ins Exil weiterhin ab. Im Interview mit der britischen Zeitung „Sunday Times“ zeigt er Bereitschaft zu Gesprächen mit der Opposition. Voraussetzung sei aber, dass Militante ihre Waffen niederlegten.

5. März:

Syrische Rebellen melden die Einnahme der Stadt Al-Rakka. Für die von den Rebellen kontrollierten Gebiete in der Provinz Aleppo lassen Oppositionsparteien erstmals lokale Vertretungen wählen.

9. März:

Nach drei Tagen in der Hand syrischer Rebellen sind 21 Blauhelm-Soldaten wieder auf freiem Fuß.

Mit den Vorbereitungen reagierten die USA auf den wachsenden Einfluss radikaler Islamisten bei den Aufständischen, die gegen die syrische Führung unter Staatschef Baschar al-Assad kämpfen, schrieb die „Los Angeles Times“. Hintergrund sei, dass einige Al-Kaida-Kämpfer aus dem Irak nach Einschätzungen der Behörde inzwischen auch in Syrien tätig sind. Mit den gesammelten Informationen könne außerdem der gemäßigten syrischen Opposition geholfen werden, die Oberhand über die Extremisten zu gewinnen. Die USA, Frankreich und Großbritannien erwägen auch die Bewaffnung als gemäßigt eingeschätzter syrischer Rebellen, um sie gegen die Dschihad-Brigaden zu stärken.

Studie: Assads militärische Fähigkeiten schwinden

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Baschar al-Assads Armee hat sich einem Bericht zufolge seit Herbst 2012 halbiert.

Der Einsatz von Drohnen ist international umstritten. Bei der Bekämpfung des Terrornetzwerks Al-Kaida setzen die USA inzwischen vorzugsweise die Geschosse aus den unbemannten Flugzeugen ein.

Von

afp

Kommentare (19)

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kuac

16.03.2013, 11:39 Uhr

Ist das die neue Strategie, Demokratie durch Drohnen? Ich kann nicht mehr zwischen den Achsen des Guten und Bösen unterscheiden.

Wal

16.03.2013, 11:48 Uhr

Und falls das eines Tages doch geschieht, wehren sich die islamisten mit Waffen, die sie von Frankreich und GB erhalten haben?
Nicht nur die Achse Gut-Böse ist lädiert, auch die Achse Klug-Saudumm.

Michael

16.03.2013, 11:59 Uhr

Die gibt es auch nicht. Nur die Achse des Profits

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