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07.06.2015

01:23 Uhr

Bürgerkrieg im Jemen

Huthis feuern Rakete auf Saudi-Arabien

Die Huthis feuern erstmals eine Scud-Rakete auf Saudi-Arabien, die aber abgeschossen wird. Unterdessen teilt UN-Generalsekretär Ban offiziell einen Termin für die Genfer Gespräche der Konfliktparteien mit.

In dem ärmsten Land Arabiens kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. dpa

Bewaffnete Huthi-Anhänger

In dem ärmsten Land Arabiens kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

Riad/ SanaaInmitten einer erneuten militärischen Eskalation im Jemen-Konflikt hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Beteiligten offiziell zu Friedensgesprächen nach Genf eingeladen. Sie sollen am 14. Juni beginnen und hoffentlich einen Neustart für „einen friedlichen, ordentlichen und inklusiv von Jemeniten geleiteten Übergangsprozess“ bringen, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric in New York. Saudi-Arabien hatte zuvor erstmals den Abschuss einer jemenitischen Scud-Rakete gemeldet.

Ban begrüßte Dujarric zufolge die Zusage des exilierten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und der schiitischen Huthi-Rebellen, an den Genfer Gesprächen teilzunehmen. Sie sollten ohne Vorbedingungen geführt werden. Zudem rief er zu einer humanitären Feuerpause auf, um Hunderttausende Jemeniten mit dem Notwendigsten versorgen zu können.

Die jemenitischen Huthi-Rebellen bestätigten saudi-arabische Angaben, eine Scud-Rakete auf eine Stadt mit einem großen Luftwaffenstützpunkt abgefeuert zu haben. Sie wurde nach einer Meldung der saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA vom Patriot-Raketenabwehrsystem abgeschossen. Sie sei im Anflug auf die Stadt Chamis Muschait gewesen. Angaben über Verletzte oder Schäden gingen aus der Meldung nicht hervor.

Es war der erste Einsatz des Raketentyps aus dem Kalten Krieg durch die Rebellen seit Beginn der von einer saudi-arabisch geführten Koalition geführten Luftangriffe im Jemen. In Chamis Muschait befindet sich der König-Chalid-Luftwaffenstützpunkt, der größte des Landes. Seit dem 26. März fliegt die saudi-arabische Koalition Luftangriffe auf die Huthis und ihre Verbündeten. Nach UN-Angaben wurden dabei mehr als 1000 Zivilisten getötet. Eine Million Menschen seien vertreiben worden.

Den militärischen Vormarsch der Rebellen hielten die Luftangriffe nicht auf. Am Samstag wurde nach Angaben jemenitische Sicherheitskreise in den Regionen Abjan, Hadscha und Tais gekämpft. Die Koalition habe Luftangriffe auf Ziele in Abjan, Amran und Saada geflogen.

Seit Monaten kämpfen Unterstützer der Regierung von Präsident Hadi und die Rebellen um die Vorherrschaft in dem bitterarmen Land. Die Rebellen hatten vergangenes Jahr die Hauptstadt Sanaa eingenommen. Hadi floh nach Saudi-Arabien.

Von

ap

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