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22.04.2015

08:09 Uhr

Bürgerkrieg im Jemen

Saudi-Arabien beendet Angriffe, nicht aber die Mission

Nach vier Wochen verkündet Saudi-Arabien das Ende der Luftangriffe im Jemen. Die Militärallianz habe ihre Ziele erreicht. Dennoch sei nicht ausgeschlossen, dass die Allianz weiter gegen die Huthi-Milizen vorgehe.

Bürgerkrieg im Jemen

Saudi-Arabien beendet Luftangriffe im Jemen

Bürgerkrieg im Jemen: Saudi-Arabien beendet Luftangriffe im Jemen

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DubaiDie von Saudi-Arabien geführte Militärallianz hat das Ende ihrer Luftangriffe im Jemen verkündet. Der vierwöchige Einsatz habe die militärischen Ziele erreicht, hieß es in einer am Dienstag im saudi-arabischen Sender Arabija verlesenen Erklärung. Jetzt konzentriere sich das Bündnis auf Anti-Terror-Maßnahmen, Hilfen und die politische Lösung des Konflikts im Jemen.

Ungeachtet der Erklärung deuteten Äußerungen eines saudi-arabischen Militärsprechers daraufhin, dass das Bündnis weiter gegen die Huthi-Milizen vorgehen könnte. Die Allianz werde auch weiterhin verhindern, dass sich Huthi-Kämpfer innerhalb des Jemen bewegten und aktiv würden, sagte Brigadegeneral Ahmed Asseri in Riad. Die USA erklärten, sie begrüßten den Schritt Saudi-Arabiens.

Im Jemen herrscht Bürgerkrieg. Huthi-Milizen haben den von den USA unterstützten Präsidenten vertrieben. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz hat versucht, die Milizen mit Luftangriffen zurückzudrängen.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Das sunnitische Königreich war zudem besorgt, dass mit dem Vorrücken der schiitischen Rebellen im benachbarten Jemen der Erzrivale Iran seinen Einfluss in der Region ausweitet. Die Islamische Republik weist Vorwürfe Saudi-Arabiens zurück, es unterstütze die Huthi militärisch direkt.

Bei den Luftangriffen gab es auch zivile Todesopfer. In der Hauptstadt Sanaa und anderen Landesteilen waren zudem Lebensmittel und Treibstoff knapp geworden. Den Vereinten Nationen zufolge benötigen etwa 7,5 Millionen Menschen im Land Hilfe, 150.000 Menschen seien auf der Flucht. Im Zeitraum vom 19. März bis zum 13. April wurden fast 800 Tote registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte aber viel höher liegen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr walter danielis

22.04.2015, 09:59 Uhr

In Nürnberger Prozess nannte man das noch Angriffskrieg. Heute heißt das - soweit von den USA ausgehend - Mission , Fiedenssicherung , Befreiung usw.

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