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14.03.2011

02:12 Uhr

Ein libyscher Rebell mit seiner Waffe. Quelle: Reuters

Ein libyscher Rebell mit seiner Waffe.

Bengasi/TunisIm libyschen Bürgerkrieg berichten beide Seiten von Erfolgen.

Elitetruppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi sind im Osten des Landes offenbar auf dem Vormarsch Richtung der Rebellenhochburg Bengasi. Am Sonntag vertrieben sie nach eigenen Angaben nach schweren Kämpfen die Rebellen aus der strategisch wichtigen Ölstadt Brega.

Die Rebellen teilten mit, der Frontverlauf ändere sich ständig, nach Anbruch der Dunkelheit seien ihre Kämpfer wieder in die Stadt eingedrungen und hätten mehrere Panzerfahrzeuge der Chamis-Brigade zerstört und mehrere Soldaten dieser Eliteeinheit gefangen genommen.

Die Angaben beider Seiten konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden: Für Journalisten ist das Kampfgebiet zu gefährlich geworden.

Ein Rebellensprecher sagte der Nachrichtenagentur AP, die Gaddafi-Gegner wollten Brega zurückerobern. Ein anderer berichtete telefonisch in Adschdabija - der möglicherweise letzten Stadt in Rebellenhand an der Küstenstraße nach Bengasi - eine Stunde nach einem begonnenen Gegenangriff, Gaddafis Truppen hätten eine Gegenoffensive zwölf Kilometer östlich von Brega in dem Ort Al-Odschela gestoppt.

Gaddafis Offensive wird massiv von Luftwaffe, Kriegsschiffen und anderen schweren Waffen unterstützt.

Inzwischen scheint sich Gaddafi Sorgen um seinen Umsatz zu machen. Einem Medienbericht zufolge wirbt er um Investitionen aus Russland, China und Indien in die Ölindustrie seines Landes. Darauf habe Gaddafi bei einem Treffen mit den Botschaftern der drei Länder gedrängt, berichtete das Staatsfernsehen am Sonntag.

Russland und China sind ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und könnten mit ihrem Veto eine Abstimmung über eine Flugverbotszone über Libyen blockieren. Die Ölexporte aus dem Land sind unter anderem wegen der anhaltenden Kämpfe mit Aufständischen, Sanktionen und Personalmangel stark zurückgegangen.

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton will sich am (heutigen) Montag in Paris mit Vertretern der libyschen Opposition treffen. Zentrales Thema dürfte die von der Arabischen Liga am Samstag befürwortete Flugverbotszone über Libyen sein. Die USA und einige andere westliche Staaten zögern aber, sich klar zu einer Taktik zu bekennen, die von ihnen die Ausschaltung der libyschen Flugabwehr verlangen würden - und damit den Eintritt in einen weiteren Krieg.

dapd/Reuters

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

14.03.2011, 07:24 Uhr

Mal provokant gefragt: Was passiert, wenn Gaddaffi "sein" Land zurückerobert hat? wenn ich die Berichte so lese fällt auf, dass die Rebellen mehr und mehr Boden verlieren und es im Grunde noch um eine wichtige Stadt geht. M.E kann "der Westen" gar nicht mehr eingreifen. die Chance gab es, als das Land in Rebellenhand lag. nun müsste man die Gaddaffi-Truppen aus den Städten vertreiben und das wäre ja dann ein ausgewachsener Krieg, der ganz bestimmt kein UN-Mandat bekommt und auch nicht verdient.

zarakthuul

14.03.2011, 11:57 Uhr

Die Ölmärkte freuen sich schon wieder auf stabile politische Verhältnisse in Libyen.
Hat schon jemand in Erfahrung bringen können, wofür die "Rebellen" stehen? Gegen Gadaffi ist klar, aber wofür?
Das der Diktator von einem anderen Clan gestellt wird? Oder was?

Account gelöscht!

14.03.2011, 22:34 Uhr

Demnächst wird Gadaffi Flüchtlinge rekrutieren und als persönliche Rache nach Europa schicken, sowas läßt sich auch geldbringend organisieren...

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