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12.04.2015

19:32 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Armee beschießt wohl Schule in Aleppo

Zuletzt präsentierte sich das Regime um Baschar al-Assad in Syrien als Verbündeter im Kampf gegen den IS. Doch bei jüngsten Schlägen gegen Aufständische zeigt Assad wohl erneut erbarmungslose Härte auch gegen Zivilisten.

Tödliche Kämpfe in Aleppo

Amateuraufnahmen: Armee beschießt Schule

Tödliche Kämpfe in Aleppo: Amateuraufnahmen: Armee beschießt Schule

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BeirutIn der syrischen Stadt Aleppo haben Regierungstruppen nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation eine Schule im Rebellengebiet im Viertel Ansari beschossen und dabei mindestens neun Menschen getötet. Unter den Opfern seien fünf Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte am Sonntag mit. Die Armee wies den Vorwurf am Sonntag zurück. In Militärkreisen hieß es, das Militär habe zwar seine Angriffe auf Rebellengebiete intensiviert, seit die Aufständischen am Vortag von Regierungstruppen gehaltene Bezirke unter Granatenbeschuss genommen hätten. Dabei seien aber nur militärische Ziele beschossen worden.

Sechs Gründe, warum der Bürgerkrieg in Syrien noch nicht beendet ist

Einmischung von außen

Das Regime von Baschar al-Assad hat mit Russland und dem schiitischen Iran mächtige Verbündete im Ausland. Teheran unterstützt Damaskus mit Geld und Kämpfern. Zudem kämpft die libanesische Schiiten-Miliz an der Seite Assads. Aber auch die Rebellen erhalten Geld und Waffen aus dem Ausland, unter anderem aus Saudi-Arabien. So wurde die Krise zu einem regionalen Konflikt. (Quelle: dpa)

Assads Unnachgiebigkeit

Der Präsident sagte am Anfang der Proteste Reformen zu - die nie kamen. Stattdessen brandmarkt sein Regime sämtliche Gegner als „Terroristen“, auch moderatere Oppositionelle. Viele Kritiker des Regimes sitzen in Gefängnissen. Im Kampf ums Überleben setzt die Armee zudem immer wieder sogenannte Fassbomben ein - Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metall gefüllt sind.

Zerstrittene Opposition

Den Regimegegnern ist es bis heute nicht gelungen, sich zu einen und eine gemeinsame Führung zu bilden. Die Exil-Opposition in Istanbul wird zwar international anerkannt, zeigt sich aber immer wieder zerstritten und hat in Syrien kaum Einfluss. Auch mit der Inlandsopposition aus Damaskus konnte sie sich noch immer nicht auf konkrete gemeinsame Ziele einigen.

Konfessionalismus

Längst ist der Bürgerkrieg auch zu einem Konflikt zwischen den Konfessionen geworden. Das Regime wird von Alawiten kontrolliert, einer Nebenlinie des schiitischen Islams. Die Alawiten befürchten blutige Rache, sollte Assad stürzen. Auch viele Christen sehen den Präsidenten als ihren Schutzpatron. In den Reihen der Rebellen kämpfen dagegen vor allem Sunniten.

Politik des Westens

Die USA und Europa lehnen eine militärische Intervention gegen das Assad-Regime ab. US-Präsident Barack Obama drohte zwar für den Fall des Einsatzes von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien mit einem Eingreifen, nahm dann aber doch davon Abstand. Der Westen steht politisch zwar an der Seite der moderateren Rebellen, unterstützt diese aber kaum mit Waffen.


Stärke der Extremisten

Als die Krise in Syrien eskalierte, dehnte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Irak ins Nachbarland aus. Jetzt kontrolliert sie dort ein Drittel der Fläche. Andere Teile Syriens stehen unter Herrschaft der Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Moderate Kräfte sind auf dem Rückzug. Die von den USA unterstützte Harakat Hasm löste sich kürzlich auf.

Bei den Gefechten am Samstag kamen nach Informationen der Beobachtungsgruppe mindestens 32, womöglich sogar mehr Menschen ums Leben: Etliche davon wurden in dem von Regierungstruppen kontrollierten Stadtbezirk Suleimanijah getroffen, weitere in den Rebellengebieten. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Zahl der Toten könne noch steigen, weil es zudem viele Verwundete gegeben habe, die in einem kritischen Zustand seien. Das Medienzentrum Aleppo meldete zehn Tote und Dutzende Verletzte.

Die Millionenstadt Aleppo war einst ein wichtiges Wirtschaftszentrum in Syrien. Seit drei Jahren wird dort erbittert gekämpft. Erst am Samstag waren bei gegenseitigen Angriffen von Regierungstruppen und Rebellen in Aleppo mehr als 30 Menschen getötet worden.

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