Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.12.2012

18:16 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Russland glaubt nicht mehr an Assads Sieg

Es ist ein schwerer Schlag für Assad: Moskaus Unterstützung war eine wichtige Stütze für Assad. Jetzt erklärt Moskau, man halte Assads Niederlage für wahrscheinlich. Auch die Nato erwartet bald den Kollaps des Regimes.

Russland distanziert sich zunehmend vom syrischen Herrscher Assad. AFP

Russland distanziert sich zunehmend vom syrischen Herrscher Assad.

Brüssel/Moskau/DamaskusNato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erwartet einen baldigen Zusammenbruch der Regierung von Präsident Baschar al-Assad in Syrien. „Ich denke, dass sich das Regime in Damaskus dem Kollaps nähert“, sagte Rasmussen am Donnerstag in Brüssel. „Ich denke, es ist nur noch eine Frage der Zeit.“

Auch Russland, bisher ein enger Verbündeter des syrischen Präsidenten, glaubt fast zwei Jahre nach Beginn des Aufstandes in Syrien nicht mehr an ein politisches Überleben Assads. Der Präsident verliere zunehmend die Kontrolle über das Land, sagte der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow am Donnerstag der Agentur Itar-Tass zufolge. Deshalb sei eine Niederlage nicht auszuschließen. Außenminister Sergej Lawrow, der bislang fest an Assads Seite stand, will an diesem Freitag Vertreter der syrischen Opposition empfangen.

Rasmussen kritisierte den Einsatz von Raketen gegen die syrische Bevölkerung. „Die Raketen wurden innerhalb Syriens abgefeuert und landeten auch innerhalb Syriens.“ Es gebe „einige Informationen“, dass es sich um Scud-Raketen handele. „Der Einsatz dieser Waffen zeigt eine völlige Missachtung des Lebens syrischer Bürger.“ Damaskus dementierte den Einsatz von Scud-Raketen.

Unterdessen wächst in Syrien die Kritik an der Entscheidung Washingtons, die Al-Nusra-Front zur Terrororganisation zu erklären. An diesem Freitag wollen die Revolutionsaktivisten unter dem Motto „Es gibt keinen Terror in Syrien außer dem Terror von Assad“ demonstrieren. Zuvor hatte sich bereits ein Mitglied der syrischen Muslimbruderschaft negativ über diese Entscheidung der USA geäußert.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.12.2012, 19:54 Uhr

Es geht hier um immense Reichtümer an Rohstoffen des östlichen Mittelmeers und um Pipelines durch Syrien.
Daher ist Moskau nur realistisch, wenn es anerkennt, das es die Quasi-Eroberung von Syrien durch die anglo-amerikanischen bzw. internationalen Energie-Interesen (Konzerne und Staaten) nicht verhindern kann. Wenn es nicht durch die "Rebellen" (mit Hilfe von westlichen Spezialtruppen) klappt, dann bombt die Nato halt selber.

Rainer_J

13.12.2012, 21:20 Uhr

Sehe ich auch so. Die sind da mit Spezialtruppen und NATO-Luftunterstützung längst drin, sonst hätten sie auch keine Angst davor, das Syrien (aus Rache) die Türkei angreift.

observer

13.12.2012, 21:45 Uhr

Syrien hat grosse Ölschieferlagerstätten
Sonntag, 9. Dezember 2012 , von Freeman um 00:05
Das syrische Ministerium für Petroleum und Mineralressourcen hatte 2010 gemeldet, es gibt Hinweise für grosse Mengen an Ölschiefer in der Region von Aleppo Khanasser, die sich auf 37 Milliarden Tonnen belaufen, mit einer Dicke bis zu 240 Meter, und das Öl darin wäre von hoher Qualität und niedrigem Schwefelgehalt. Handelt es sich hier um den wirklichen Grund für den Krieg den der Westen gegen Syrien führt? Muss deshalb Assad gestürzt werden, um den Weg für die westlichen Ölkonzerne freizumachen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×