Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.07.2015

16:42 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Armee und Hisbollah starten gemeinsame Offensive

In Syrien kämpfen zahlreiche Rebellengruppen gegen Präsident Baschar al-Assad – die Hisbollah dagegen hat sich mit der syrischen Armee zusammengeschlossen und kämpft mit ihr um eine Stadt nahe der Grenze zum Libanon.

Die Hauptstadt ist seit Juli 2012 gespalten. AFP

Zerstörtes Aleppo

Die Hauptstadt ist seit Juli 2012 gespalten.

Amman/BeirutIm syrischen Bürgerkrieg haben Armee und die verbündete Hisbollah-Miliz nach eigenen Angaben eine Offensive gegen sunnitische Rebellen gestartet. Ziel sei die von Aufständischen gehaltene Stadt Sabadani nahe der Grenze zum Libanon, teilte die Hisbollah am Samstag mit. Die libanesische Miliz und die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hätten dazu schwere Artillerie und Kampfflugzeuge in die Region verlegt. Die Stadt ist wegen ihrer Nähe zur Schnellstraße zwischen Beirut und Damaskus von strategischer Bedeutung. Die Armee hatte ihre Luftangriffe zuletzt verstärkt. Die meisten Einwohner haben Sabadani verlassen.

In dem vierjährigen Bürgerkrieg kämpfen zahlreiche Rebellengruppen gegen Assad. Sie bekriegen sich aber auch gegenseitig. Am Freitag wurden bei einer Explosion in einer Moschee in der Provinz Idlib im Nordwesten mindestens 25 Mitglieder des Al-Kaida-Ablegers Nusra-Front getötet. Anhänger der Nusra-Front machten die Extremistenmiliz Islamischer Staat dafür verantwortlich. Der IS kämpft gegen die Assad-Truppen aber auch an mehreren Fronten in Syrien gegen die Nusra-Front, die zusammen mit anderen Rebellengruppen den größten Teil der Provinz Idlib kontrolliert.
In der Metropole Aleppo hat ein Zusammenschluss syrischer Aufständischer nach Angaben von Aktivisten ein bislang von der Führung gehaltenes Militärzentrum erobert. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag erklärte, übernahm die Rebellengruppe namens Fatah Halab in der Nacht das von der Führung zu einer Kaserne umfunktionierte Wissenschaftliche Forschungszentrum im Westen von Aleppo. Dieses besteht aus mehreren Gebäuden und erstreckt sich über ein riesiges Gelände.

Der Beobachtungsstelle zufolge begann der Angriff der Aufständischen bereits am Freitagnachmittag. Regierungstruppen versuchten demnach vergeblich, das Zentrum aus den Händen der Rebellen zurückzuerobern. Die Aufständischen stellten Videoaufnahmen ihrer Eroberung ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie Dutzende Kämpfer auf dem Gelände des Zentrums stehen, „Allahu Akbar“ (Allah ist der Größte) rufen und in die Luft schießen. Im Hof ist die Flagge der syrischen Revolution gehisst, zahlreiche Gebäude sind schwer beschädigt.

Am Samstagmorgen nahm die syrische Armee nach Angaben der Organisation den Beschuss des Geländes wieder auf. Seit Juli 2012 ist Aleppo praktisch in einen von den Rebellen gehaltenen Osten und einen von Regierungstruppen kontrollierten Westen gespalten. Der Vormarsch der Aufständischen im Westen der Stadt gilt nun als strategisch wichtig.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk vor Ort. Wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland sind die Angaben von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×