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15.08.2012

12:23 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

USA fürchten Einfluss der Al-Kaida

Sie bringen Waffen, Geld und Wissen mit: Immer mehr Al-Kaida-Kämpfer unterwandern nach Ansicht der USA die syrischen Rebellen. Die Angst, dass die Terrorgruppe in Syrien einmal so stark wie im Irak werden könnte, wächst.

Die Al-Kaida versorgt Rebellen mit Waffen und Geld, fürchten die USA. Reuters

Die Al-Kaida versorgt Rebellen mit Waffen und Geld, fürchten die USA.

WashingtonKämpfer und Anhänger der Terrorgruppe Al-Kaida bauen nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten ihre Präsenz in Syrien stetig aus. So entstehe allmählich ein Netzwerk von gut organisierten Terrorzellen. Die USA befürchten, dass die Al-Kaida in Syrien so stark werden könnte wie schon im Irak und dass es nach einem Sturz von Präsident Baschar Assad schwer werden könnte, die Terrorgruppe wieder aus Syrien zu vertreiben.

Schon jetzt sollen einige hundert islamistische Kämpfer, die der Al-Kaida nahestehen, in Syrien aktiv sein. Und ihre Zahl wächst weiter, täglich kommen weitere ausländische Kämpfer aus den benachbarten Ländern nach Syrien. Mit ihnen kommt auch die Erfahrung zum Bombenbau und zur Koordination von Einheiten für Anschläge, wie US-Experten erläuterten. Mehr als zwei Dutzend Anschläge sollen schon auf das Konto dieser Gruppen gehen.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

Israel

Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

Saudi Arabien und Katar

Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

Türkei

Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

Libanon

Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

Iran

Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

Al-Kaida

Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Führer der syrischen Rebellen versuchten den USA schon deutlich zu machen, dass die Al-Kaida-Kämpfer immer mehr an Einfluss gewinnen. Denn die bringen mit, was den Rebellen fehlt: Waffen und Geld. So komme es auch schon mal vor, dass Rebellen gemeinsam mit den Extremisten kämpften, um der besser ausgestatteten syrischen Armee begegnen zu können.

Die wachsende Präsenz der Extremisten ist aber genau der Punkt, weshalb Washington und andere Regierungen so zurückhaltend mit Waffenlieferungen sind. Sie befürchten, dass die Waffen in den Händen der Terroristen landen könnten. Ein Problem dabei ist sicher auch, dass die syrische Opposition immer noch sehr zersplittert ist, dass es keine klare Führung gibt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.08.2012, 13:18 Uhr

Nein, die NATO braucht die Kontrolle über Syrien für einen Krieg gegen den Iran. Syrien ist der strategische Schlüssel.

Pro-D

15.08.2012, 13:25 Uhr

ich lach mich schlaff,
jetzt bringt sogar das HB meinen Beitrag, dien ich hier vor Wochen gepostet hatte.

Inhalt:

Dass die USA wieder dieselben weltweit operierenden Gauner und Söldner rekrutiert, sie von CIA/ Mossad ausbildet, finanziert und mit Waffen versorgt, wie damals in Afghanistan, als es drum ging den Russen aus Afghanistan zu vertreiben.

Schon Goethe sagte: „Die Geister, die ich rief, wird ich nun nicht wieder los“.

Bloß jetzt werden sich diese Terroristen nach dem Sturz der Syrienregierung über den Staat Israel und die Türkei hermachen. Na dann Gute Nacht, ihr lieben Israelis, wo ihr doch immer so schlau sein wollt. Die Terrorbande nistet sich gerade vor eurer Haustüre ein. Nur eben, dass die dann nicht mehr so nett sind, wie die gekaufte Hamas.

Jetzt werdet ihr es mit Terror-Experten zu tun haben.

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