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29.06.2015

20:23 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Zehntausende fliehen aus syrischer Stadt Hasaka

30.000 Menschen flüchten vor dem IS aus der syrischen Stadt Hasaka. Bislang war die Stadt unter Kontrolle der syrischen Regierung und kurdischen Milizen. Den Flüchtlingen fehlt es an Essen, Wasser und Medikamenten.

Zu Fuß auf der Flucht: Aus Hasaka flohen jüngst Zehntausende. Reuters

Flüchtlinge in Hasaka

Zu Fuß auf der Flucht: Aus Hasaka flohen jüngst Zehntausende.

BeirutMindestens 30.000 Menschen sind nach Angaben einer Hilfsorganisation vor den Gefechten um die syrische Stadt Hasaka geflohen. Die Vertriebenen bräuchten Essen, Wasser, Medikamente und ein Dach über dem Kopf, sagte Sam Duerden vom International Rescue Committee am Montag.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte am vergangenen Donnerstag mehrere Viertel der Stadt angegriffen, die unter Kontrolle der syrischen Regierung waren. Bis dahin war Hasaka zwischen Regierungstruppen und kurdischen Milizen aufgeteilt. Seitdem bekämpfen sich die verschiedenen Fraktionen, Dutzende Menschen kamen ums Leben.

Wer bei den Gefechten die Oberhand hat, war unabhängig nicht zu beurteilen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete am Montag, dass Luftangriffe sehr viele IS-Kämpfer in Hasaka getötet hätten.

Sechs Gründe, warum der Bürgerkrieg in Syrien noch nicht beendet ist

Einmischung von außen

Das Regime von Baschar al-Assad hat mit Russland und dem schiitischen Iran mächtige Verbündete im Ausland. Teheran unterstützt Damaskus mit Geld und Kämpfern. Zudem kämpft die libanesische Schiiten-Miliz an der Seite Assads. Aber auch die Rebellen erhalten Geld und Waffen aus dem Ausland, unter anderem aus Saudi-Arabien. So wurde die Krise zu einem regionalen Konflikt. (Quelle: dpa)

Assads Unnachgiebigkeit

Der Präsident sagte am Anfang der Proteste Reformen zu - die nie kamen. Stattdessen brandmarkt sein Regime sämtliche Gegner als „Terroristen“, auch moderatere Oppositionelle. Viele Kritiker des Regimes sitzen in Gefängnissen. Im Kampf ums Überleben setzt die Armee zudem immer wieder sogenannte Fassbomben ein - Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metall gefüllt sind.

Zerstrittene Opposition

Den Regimegegnern ist es bis heute nicht gelungen, sich zu einen und eine gemeinsame Führung zu bilden. Die Exil-Opposition in Istanbul wird zwar international anerkannt, zeigt sich aber immer wieder zerstritten und hat in Syrien kaum Einfluss. Auch mit der Inlandsopposition aus Damaskus konnte sie sich noch immer nicht auf konkrete gemeinsame Ziele einigen.

Konfessionalismus

Längst ist der Bürgerkrieg auch zu einem Konflikt zwischen den Konfessionen geworden. Das Regime wird von Alawiten kontrolliert, einer Nebenlinie des schiitischen Islams. Die Alawiten befürchten blutige Rache, sollte Assad stürzen. Auch viele Christen sehen den Präsidenten als ihren Schutzpatron. In den Reihen der Rebellen kämpfen dagegen vor allem Sunniten.

Politik des Westens

Die USA und Europa lehnen eine militärische Intervention gegen das Assad-Regime ab. US-Präsident Barack Obama drohte zwar für den Fall des Einsatzes von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien mit einem Eingreifen, nahm dann aber doch davon Abstand. Der Westen steht politisch zwar an der Seite der moderateren Rebellen, unterstützt diese aber kaum mit Waffen.


Stärke der Extremisten

Als die Krise in Syrien eskalierte, dehnte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Irak ins Nachbarland aus. Jetzt kontrolliert sie dort ein Drittel der Fläche. Andere Teile Syriens stehen unter Herrschaft der Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Moderate Kräfte sind auf dem Rückzug. Die von den USA unterstützte Harakat Hasm löste sich kürzlich auf.

Das IS-Sprachrohr Aamak veröffentlichte Videos von Straßenkämpfen und der Eroberung eines Sportstadions in der nordsyrischen Stadt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ließ der IS in den vergangenen Tagen drei Autobomben detonieren und tötete damit zwölf syrische Soldaten.

Von

ap

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