Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2017

09:04 Uhr

Bürgerkrieg

Neue Syrien-Gespräche in Genf

Die jüngste Waffenruhe im Südwesten Syriens gilt als Hoffnungsschimmer, wenn am Montag in Genf wieder einmal über Frieden für das Land verhandelt wird. Der UN-Sondervermittler warnt allerdings vor zu großen Erwartungen.

Staffan de Mistura senkt die Erwartungen an die Syrien-Gespräche in Genf. Bisher seien alle Gespräche ohne greifbares Erlebnis geblieben. Reuters

UN-Sondervermittler Syria Staffan de Mistura

Staffan de Mistura senkt die Erwartungen an die Syrien-Gespräche in Genf. Bisher seien alle Gespräche ohne greifbares Erlebnis geblieben.

Genf/MossulEinen Tag nach dem Inkrafttreten einer auf den Südwesten des Bürgerkriegslandes begrenzten Waffenruhe gehen die Syrien-Verhandlungen unter UN-Vermittlung am Montag in Genf in die nächste Runde. Wie bei früheren Runden werden auch diesmal nur indirekte Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition erwartet. UN-Sondervermittler Staffan de Mistura hatte bereits vor zu großen Erwartungen gewarnt, zumal alle bisherigen Gespräche in der Schweiz über ein Ende des blutigen Konfliktes ohne greifbare Ergebnisse geblieben waren.

Vor diesem Hintergrund wird die neue von den USA, Russland und Jordanien verhandelte regionale Waffenruhe, die am Sonntag in Kraft trat, als Hoffnungsschimmer für die Genfer Gespräche gesehen. „Die Waffenruhe in Syrien scheint zu halten, viele Leben können gerettet werden“, twitterte US-Präsident Donald Trump am Sonntagabend.

Syrien-Konflikt: USA bieten Russland Kooperation an

Syrien-Konflikt

USA bieten Russland Kooperation an

Kurz vor dem ersten Treffen zwischen Trump und Putin lotet US-Außenminister Tillerson die Handlungsspielräume aus. Er schlägt Moskau eine Zusammenarbeit in Syrien vor – stellt aber eine Reihe von Bedingungen.

Die Europäische Union dringt auf ein Ende der Feindseligkeiten im gesamten Land und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe. Das sei entscheidend für die innersyrischen Gespräche unter Führung der Vereinten Nationen in Genf, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Sonntag in Brüssel. Die Syrer bräuchten für Frieden die Hilfe der internationalen Gemeinschaft und der Regionalmächte.

Der Bürgerkrieg in Syrien war im März 2011 mit Protesten gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad ausgebrochen. Seitdem sind nach UN-Angaben mehr als 400 000 Menschen getötet und Millionen vertrieben worden. Große Teile des Landes sind zerstört. Die Regierungstruppen konnten in den vergangenen Monaten wichtige Erfolge gegen die Rebellen erzielen.

Autobombe in Syrien

Tote bei Selbstmordanschlag in Damaskus

Autobombe in Syrien: Tote bei Selbstmordanschlag in Damaskus

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Russland und der Iran als Verbündete der Regierung und die Türkei als Unterstützer der Opposition hatten sich Anfang Mai bei Gesprächen in der kasachischen Hauptstadt Astana auf Deeskalations-Zonen geeinigt. In den vergangenen Monaten ging die Gewalt in dem Bürgerkrieg zurück. Dennoch kommt es weiter zu Kämpfen und Luftangriffen. Neue Gespräche in Astana endeten in der vergangenen Woche ohne Fortschritte.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×