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24.07.2013

02:38 Uhr

Bürgerkrieg

Syriens Rebellen bitten Frankreich um Waffen

Das Einwerben von Waffen hat der neue Chef der syrischen Opposition zur Priorität erklärt - damit konfrontierte Dscharba am Dienstag die Franzosen. Unterdessen prüft die Uno Berichte über Giftgaseinsätze in Syrien.

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo am 23. Juli. Reuters

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo am 23. Juli.

Paris/New YorkDer neue Chef der oppositionellen Syrischen Nationalen Koalition, Ahmed Dscharba, hat am Dienstagabend in Paris für die Lieferung von Waffen an die Aufständischen geworben. "Wir bitten Frankreich um absolute politische Unterstützung, um diplomatische Unterstützung, um humanitäre Hilfe und um Militärhilfe", sagte Dscharba nach einem Zusammentreffen mit französischen Abgeordneten vor Journalisten in Paris. Die syrische Opposition sei "noch nie so geeint wie heute" gewesen.

"Wir arbeiten mit unseren europäischen und amerikanischen Freunden daran, dass sie uns technische, medizinische und humanitäre Hilfe gewähren", ergänzte General Selim Idriss, der Chef der Freien Syrischen Armee, der mit Dscharba gemeinsam nach Paris kam. "Und wir hoffen auch auf Hilfe in Form von Waffen und Munition."

Dscharba wird am Mittwochnachmittag in Paris vom französischen Präsidenten François Hollande empfangen. Der von Saudi-Arabien unterstützte Stammesführer, der vor zwei Wochen an die Spitze der Koalition gewählt worden war, erklärte das Einwerben von Waffen für den Kampf gegen die syrische Regierung zu seiner Priorität. Auf französischer Seite wurde hingegen im Vorfeld die politische Dimension des Treffens in den Vordergrund gerückt.

Doch das Ausland kann sich dem Sog des syrischen Bürgerkriegs immer weniger entziehen. Dieser weitet sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen immer mehr zu einem globalen Konflikt aus. Der UN-Koordinator für den Friedensprozess in Nahost, Robert Serry, trug dem UN-Sicherheitsrat am Dienstag in New York vor, die syrische Regierung setze ihr Militär weiterhin in von Zivilisten bewohnten Gegenden ein, was immer mehr ausländische Kämpfer anziehe.

Religiös motivierte Gewalt nehme in Syrien und der gesamten Region deutlich zu, warnte Serry. Weder die Regierung von Präsident Baschar al-Assad noch die Aufständischen täten genug, um Zivilisten zu schützen, sagte er. Aktuelle Erfolgsmeldungen der Streitkräfte dürften keine falschen Hoffnungen schüren, dass der Konflikt mit militärischen Mitteln beendet werden könne, warnte Serry.

Derzeit liefern sich Armee und Rebellen im ganzen Land wieder schwere Kämpfe. Islamistische Kämpfer meldeten derweil, sie hätten eine wichtige Landstraße zwischen den Großstädten Aleppo und Homs zur Kriegszone erklärt und würden jedes Fahrzeug auf der Straße angreifen. Auch eine Autobahn zwischen Aleppo und Damaskus kontrollieren die Rebellen bereits.

Noch immer ist unklar, ob in den Kriegszonen Giftgas zum Einsatz gekommen ist. Die Vereinten Nationen prüfen derzeit Berichte zu angeblichen Angriffen mit Chemiewaffen in Syrien. Sie hätten bisher 13 Berichte zum Einsatz solcher Waffen in dem Bürgerkriegsland, sagte Serry. Alle Berichte würden geprüft. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bleibe "zutiefst besorgt" über die Berichte.

In Damaskus wurde am Mittwoch Ake Sellström erwartet, der Leiter der UN-Untersuchung zum Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. Begleitet wird er von der Deutschen Angela Kane, die das UN-Abrüstungsprogramm leitet. Sie wollen in Syrien darauf drängen, dass UN-Ermittler Zugang zu den mutmaßlichen Einsatzorten erhalten. Die syrische Regierung will ihnen aber nur Zugang nach Chan al-Assal gewähren.

In der Kleinstadt westlich von Aleppo wurden am 19. März bei einem Angriff 26 Menschen getötet, darunter 16 Soldaten. Die Regierung warf den Rebellen vor, dabei Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Laut einem russischen Bericht zu dem Fall feuerten die Aufständischen eine Granate mit dem Giftgas Sarin ab. Die Rebellen nahmen Chan al-Assal am Montag ein, doch dauerten im Umland die Kämpfe am Dienstag weiter an.

Seit Beginn des Aufstands gegen Assad vor mehr als zwei Jahren sind nach UN-Schätzungen mehr als 93 000 Menschen getötet worden.

Kommentare (11)

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SealTeam

24.07.2013, 03:10 Uhr

Syriens Al-Qaida bittet um Waffen. Die Machtelite hällt uns immer noch für blöd und versucht uns diese Lügen von Rebellen und Freiheitskämpfern zu verkaufen.

Account gelöscht!

24.07.2013, 04:08 Uhr

"Noch immer ist unklar, ob in den Kriegszonen Giftgas ..."

gab es nicht die tage eine meldung wonach ein untersuchungsbericht der russen die rebellen als schuldige, für giftgas einsatz offenbarten?

warum kommen keine meldungen über die christen in der region, die haben angst vor den rebellen/moslembrüdern.
überall wo moslembrüdern macht haben bekommen christen massive probleme.

warum unterstützt der westen immer fraktionen die friedliche christen abschlachten.

Wahrsager

24.07.2013, 06:21 Uhr

im Nahen Osten dreht es sich NUR um die Interessen von Israel. Und wenn es um die Beziehungen USA - Israel geht;...der Schwanz wedelt den Hund!

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