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01.09.2012

02:44 Uhr

Bürgerkrieg

Türkei und Frankreich entdecken „befreite Zonen“ in Syrien

Der türkische Ministerpräsident hat den Ton gegen den syrischen Präsidenten verschärft. Tausende Syrer nehmen trotz Angriffen an Demonstrationen teil. Der Iran macht die USA und Israel für den Konflikt verantwortlich.

Amateurfoto von Protesten gegen Assad in Damaskus (Foto:Shaam News Network, SNN/AP/dapd). dapd

Amateurfoto von Protesten gegen Assad in Damaskus (Foto:Shaam News Network, SNN/AP/dapd).

Ankara/DamaskusDer türkische Regierungschef Tayyip Erdogan hat Syriens Präsident Baschar al-Assad scharf kritisiert. "Baschar al-Assad ist am Ende seines politischen Lebens angelangt. Im Moment handelt Assad in Syrien nicht als Politiker, sondern als ein Element, ein Akteur des Krieges", sagte der Ministerpräsident in einem am späten Freitagabend im türkischen Fernsehen gesendeten Interview.

Türkischen Regierungskreisen zufolge will sich Ankara um ausländische Unterstützung für die Einrichtung einer Sicherheitszone in Syrien einsetzen und das Thema in die Generalsversammlung der Vereinten Nationen im kommenden Monat einbringen.

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Außerdem wolle die türkische Regierung Druck auf Russland und China ausüben, um das Vorhaben durchsetzen zu können. Die beiden Veto-Mächte müssten dazu im UN-Sicherheitsrat ihren Widerstand gegen die Einrichtung einer Flugverbotszone aufgeben.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hatte zuvor gesagt, gemeinsam mit der Türkei habe man "befreite Zonen" im Norden und Süden Syriens ausgemacht, die nicht mehr von Assad kontrolliert würden. Hilfe für diese Gebiete könne dazu beitragen, den Flüchtlingsstrom in benachbarte Länder einzudämmen. Die syrische Luftwaffe hat jedoch wiederholt Zivilisten in den von Rebellen gehaltenen Gebieten bombardiert. Eine effektive Hilfe für die Bevölkerung würde daher Flugverbotszonen voraussetzen.

Ungeachtet der anhaltenden Kämpfe sind am Freitag in Syrien wieder zehntausende Menschen gegen die Staatsführung um Baschar al-Assad auf die Straße gegangen. Die seit 17 Monaten anhaltenden Demonstrationen waren diesmal Daraja gewidmet, einem Vorort von Damaskus, wo nach einer Armeeoffensive hunderte Leichen gefunden worden waren. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte abermals ein Ende der Gewalt.

Die Demonstrationen in Damaskus fanden trotz zahlreicher Straßensperren statt, mit denen Sicherheitskräfte die Zufahrt zur Innenstadt versperrten. In Damaskus waren auch am Freitag etwa ein Dutzend Bombenexplosionen zu hören. Im ganzen Lande demonstrierten Menschen nach dem Freitagsgebet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Kommentare (17)

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tja

01.09.2012, 08:33 Uhr

...und es wird weitergezündelt.
Was den Taliban, den Kurden und anderen Versprengten bislang nur mühevoll zu gelingen schien: in Syrien geräts, scheinbar, zum blutigen "Sonntagsausflug".

Dass man dabei ist, die ganze Region auf unabsehbare Zeit in einen glühenden Lavabrei zu verwandeln, das scheint den Profiteuren egal zu sein.

Sage niemand, er habe davon nichts gewußt: alle haben da ihre Finger drin und auch Europa kann sich nicht von Verantwortung freisprechen: Völkermord hat viele Gesichter.

Man stelle sich nur einmal vor, was geschähe, würde so etwas, sagen wir mal, in der Türkei selbst oder in einem anderen Land der Welt geschehen.

Erdogan und seine Träume von einem neuen osmanischen Reich, zu dem Eindruck könnte man gelangen, werden nichtzuletzt auch mit EU-Mitteln finanziert.



Account gelöscht!

01.09.2012, 08:56 Uhr

Sage niemand, er habe davon nichts gewußt: alle haben da ihre Finger drin und auch Europa kann sich nicht von Verantwortung freisprechen: Völkermord hat viele Gesichter.
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Das gilt besonders für Frankreich. Schon Playboy Sarkosy wollte da von seinen Problemen im Inneren ablenken. Ist dem wohl nicht gelungen. Und jetzt macht der Hollande damit weiter. Die Probleme Frankreich sind offenbar so groß dass die keinen anderen Weg kennen oder finden diese zu lösen.

Aber auch unser Westerwelle ist ein außenpolitischer Blindgänger der keine eignen Ideen entwickeln kann sondern da nachkaut was ihm Washington, Paris und London ins Ohr flüstern.

Account gelöscht!

01.09.2012, 09:16 Uhr

Türkei und Frankreich - Lakaien von USrael....
Welche Rolle dürfen sie in der geplanten "neuen Weltornung" spielen ???

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