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21.03.2017

13:20 Uhr

Bulgarien

Nationalisten blockieren Grenzübergänge zur Türkei

„Es lebe Bulgarien!“, rufen Nationalisten an einem Grenzüberganz zwischen Bulgarien und der Türkei. Sie wollen verhindern, dass Wähler aus dem Nachbarland zur bulgarischen Parlamentswahl einreisen können.

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung Bulgariens sind Türken. Sie besiedeln seit der Zeit des Osmanischen Reiches den Nord- und Südosten des Landes. Im Bild: Unterstützer der ultranationalistischen Partei Ataka bei einer Demonstration von 2006. dpa

Blockierte Grenzen

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung Bulgariens sind Türken. Sie besiedeln seit der Zeit des Osmanischen Reiches den Nord- und Südosten des Landes. Im Bild: Unterstützer der ultranationalistischen Partei Ataka bei einer Demonstration von 2006.

SofiaBulgarische Nationalisten haben die Grenzübergänge zur Türkei blockiert, um Wähler aus dem Nachbarland an der Einreise zu hindern. Die Sperrungen, die sich gegen Türken mit doppelter Staatsbürgerschaft richten, sollen von Dienstag bis zur bulgarischen Parlamentswahl am 26. März aufrechterhalten werden, wie verschiedene Medien berichteten.

Die Nationalisten erwarten nach eigenen Angaben 1000 Busse mit Wählern aus der Türkei. „Es lebe Bulgarien!“, riefen Aktivisten am größten Grenzübergang Kapitan Andreewo einem Bericht des Fernsehsenders bTV zufolge. An einem der drei Übergänge werden Autos durchgelassen, wie das Staatsradio berichtete.

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Etwa zehn Prozent der Bevölkerung des EU-Lands sind Türken. Sie besiedeln seit der Zeit des Osmanischen Reiches den Nord- und Südosten des Landes. Während der kommunistischen Zeit wanderten 300.000 Türken, teils unter Zwang, in ihr Heimatland aus.

Die Nationalisten handeln vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Bulgarien und der Türkei. Sofia wirft Ankara vor, sich in den bulgarischen Wahlkampf einzumischen.

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Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

21.03.2017, 13:54 Uhr

Das Problem der Doppelten Staatsbürgerschaft tritt hier zum Vorschein. Türken, die nicht in Bulgarien leben aber die Staatsbürgerschaft von Bulgarien haben, dürfen über das Schicksal Bulgariens mitbestimmen obwohl diese Türken in der Türkei ihren Lebensmittelpunkt haben.

Herr Paul Kersey

21.03.2017, 14:27 Uhr

Es wird einsam um die Türkei. Wieso empfnde ich keine Trauer?

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