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01.03.2012

00:25 Uhr

Bundesbankpräsident

Weidmann fordert von der EZB bessere Sicherheiten

Ärger für die Europäische Zentralbank. Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt offenbar vor wachsenden Risiken im Eurosystem. In einem Brief an EZB-Präsident Mario Draghi soll er deshalb bessere Sicherheiten fordern.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann dpa

Bundesbankpräsident Jens Weidmann

BerlinBundesbankpräsident Jens Weidmann hat einem Zeitungsbericht zufolge EZB-Präsidenten Mario Draghi vor den wachsenden Risiken im Eurosystem gewarnt. Weidmann schlage deshalb eine Rückkehr zu den Sicherheitenregeln vor, die vor Beginn der Finanzkrise gegolten hätten, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vorab aus ihrer Donnerstagsausgabe.

In einem vor einigen Tagen geschickten Brief nehme Weidmann ausdrücklich auf die wachsenden Forderungen Bezug, die aus dem Zahlungsverkehrssystem Target resultierten. Er schlage eine Besicherung dieser Forderungen der EZB gegenüber den finanzschwachen Notenbanken des Eurosystems vor, die einen Wert von mehr als 800 Milliarden Euro erreicht hätten.

Die Bundesbank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Weidmann warnt dem Bericht zufolge in dem Schreiben an Draghi vor einem Reputationsverlust und regt eine Debatte über die Risiken an. Sollte ein Teil der Forderungen ausfallen, könnten die Notenbanken des Eurosystems die Verluste eventuell nicht tragen und die Eurostaaten würden sie möglicherweise nicht ausgleichen, schreibt Weidmann der Zeitung zufolge.

Von

rtr

Kommentare (15)

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ScheinSein

01.03.2012, 06:49 Uhr

Wenn interessiert es, wenn es Teil des Systems ist, die nationalen Notenbanken der EU-Länder mit riesigen Milliarden Kreditsummen zu fluten. Hinterlegte Sicherheiten - keine (lediglich der hyperverschuldete Staat haftet); Beschneidung der Boni o.ä. - keine.
Die Banker verdienen so prächtigst und verleihen so mit Gewinn weiter Geld. In Schuldenstaaten mit einer Verbundelung von Banken & Staat auch sicher mit dem Kauf von Staatsanleihen der völlig überschuldeten Staaten.

Welchen Banken die EZB die Milliardensummen leiht und wie die Banken die Milliardensummen in den Markt gibt, wird leider nicht veröffentlicht. Das Konstrukt der EZB lädt den nicht so verschuldeten EU-Staaten durch die Haftungsmechanismen, so höhere Kreditzinsen und Ausfallrisiken auf. Die EZB macht das Schuldenleben von staatl. Haushalten noch bequemer mit steigenden Gesamtrisiken für die EU. Die EU wird mehr und mehr zu einer Transferunion, ohne das eigene Leistungen der Einzelstaaten das Regulativ darstellen. Nationale Fehler in der Wirtschaft, in Unternehmen, in überbordenden Staatsunternehmen ... werden so butterweich kaschiert abgefedert ... und weniger thematisiert ... . Schuldenhaushalte ersetzen die eigene Einnahmensituation aus sich selbst tragenden Wirtschaftsbeziehungen.

Ein solches Haushalten über eine längere Zeit - kann nur in einen Staatsbankrott münden - es muss in einen Staatsbankrott münden. Europas Wachstum wird nur blumig in den Verbalergüssen der Politiker sich abbilden, was fast wie ein Mantra vorgetragen wird, aber es wird NICHT durch die innovative Einzelleistungen der Unternehmen in den Staaten getragen. Innovationen können nicht anstrakt "erquatscht" werden, sondern müssen faktisch anfassbar erzeugt werden. Das ist der große Unterschied zwischen SCHEIN und SEIN. In vielen Staaten ist es ein SCHEIN.

Account gelöscht!

01.03.2012, 07:36 Uhr

Endlich! Darauf warte ich schon seit Monaten; die Warnung vor den Risiken der der Targetsalden ist längst überfällig.

Account gelöscht!

01.03.2012, 07:58 Uhr

Herr Weidmann ist ein Held. Es ist sicherlich nicht einfach fuer ihn, gegen unsere Einheitspolitik anzukaempfen. Herr Weidmann kriegt hoffentlich mal einen Ehrensold.

Ich weiss auch nicht, warum wir uns von einem Herrn Draghi alles vorschreiben lasssen muessen. Genauso wie in den USA - ein Bernanke bestimmt das finanzielle Schicksal einer ganzen Nation und anderer Teile dieser Welt. Und die beiden drucken und drucken und haben offensichtlich beide keine brauchbare Exit-Strategie. Ich habe das Gefuehl, die wollen die auch nicht.

Soviel einseitige diktatorische Macht wie in der Hand der Zentralbanken EZB und FED, ist mehr als fragwuerdig.

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