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16.11.2016

14:34 Uhr

Bundesfinanzminister

Schäuble lehnt Schuldenerlass für Griechenland ab

Während Barack Obama einen großzügigeren Umgang mit dem verschuldeten Griechenland fordert, ist Bundesfinanzminister Schäuble dagegen. Ein Schuldenerlass wäre falsch, da er den Anreiz zu Sparanstrengungen vermindere.

Wolfgang Schäuble

„Griechenland muss seine Auflagen erfüllen, ein Schuldenerlass hilft nicht.“

Wolfgang Schäuble: „Griechenland muss seine Auflagen erfüllen, ein Schuldenerlass hilft nicht.“

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Berlin/LondonBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt Forderungen nach Schuldenerleichterungen für Griechenland ab. „Wer jetzt sagt, wir erlassen euch die Schulden, der leistet den Griechen einen Bärendienst“, sagte der CDU-Politiker laut einem am Mittwoch verbreiteten Bericht der „Passauer Neue Presse“.

Griechenland benötige dringend weitere Reformen, um wettbewerbsfähig zu werden. Diesen Weg könne man den Griechen nicht ersparen. Ein Erlass von Verbindlichkeiten würde den Anreiz zu weiteren Sparanstrengungen deutlich vermindern.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama mahnte Europa zuvor bei seinem Besuch in Athen zu einem großzügigeren Umgang mit dem hoch verschuldeten Griechenland. „Die Strategie kann nicht einfach ‚Sparen‘ lauten“, sagte Obama bei seiner letzten Auslandsreise als Präsident. Das Land müsse mehr Luft bekommen, um seine Wirtschaft wieder auf tragfähige Füße zu bekommen.

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Schäubles niederländischer Amtskollege Jeroen Dijsselbloem will beim nächsten Treffen der Euro-Finanzminister im Dezember über das Thema Schuldenerleichterung sprechen. „Die gegenwärtige griechische Regierung scheint sehr engagiert zu sein und arbeitet konstruktiver als ihre Vorgängerinnen“, sagte der Eurogruppen-Chef in London. Im Dezember müsse über kurzfristige Schuldenmaßnahmen diskutiert werden.

Griechenland ist durch drei Rettungspakete von der EU, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds vor dem Kollaps bewahrt worden. Allein das letzte Paket hat ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Ministerpräsident Alexis Tsipras fordert Schuldenerleichterungen, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Nach sieben Jahren mit schrumpfender Wirtschaft könne sein Land nicht mehr sparen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Lothar Thürmer

16.11.2016, 17:29 Uhr

Griechenland muss durch ein Tal der Tränen gehen. Leider. Aber das haben Establishment und Eliten diesem Lande eingebrockt. Weitere Schuldenerleichterungen wären das falsche Signal. Sie könnten auch den Menschen in Deutschland nur schwer erklärt werden. Deshalb: Kurs halten!

Herr Leo Löwenstein

21.11.2016, 09:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Leo Löwenstein

23.11.2016, 10:14 Uhr

Da möchte ich mal anmerken.
Was ist daran falsch zu schreiben, wenn der Herr Finanzminister den Schuldenerlass gleich noch zuläßt, dass die Wählerschaft das bis zur Bundestagswahl eh vergessen hat?
Der Schuldenschnitt kommt dann halt 2018. Er kommt nicht dran vorbei. Griechenland ist seit 200 Jahren chronisch pleite und wird das auch in Zukunft sein. Griechenland hat auch die lateinische Münzunion vor rund 100 Jahren in den Abgrund gezogen.
In einem Land, in dem die Reichen keine Steuern zahlen und der Rest dieses auch anstrebt, das kann nicht funktionieren.

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