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24.12.2011

09:56 Uhr

Bundesfinanzministerium

Entscheidung über erste ESM-Tranche im Januar

Der Bundesfinanzminister will die Schlagkraft des permanenten Euro-Rettungsschirms möglichst rasch erhöhen. Die nötigen Entscheidungen in Brüssel sollen Schäuble zufolge im Januar fallen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Brüssel. dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Brüssel.

BerlinDie Entscheidung über eine möglicherweise höhere erste Einzahlung in den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM fällt nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Januar. „Je schneller und je mehr Kapital der ESM hat, desto früher und besser kann er seine Aufgaben erfüllen“, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht.

Verabredet sei bisher eine erste Tranche für Deutschland von 4,3 Milliarden Euro und danach jährlich vier weitere gleich hohe Zahlungen. „Möglicherweise werden wir aber diesen Prozess beschleunigen, um die Schlagkraft des Rettungsschirms schnell zu erhöhen.“ Dazu müssten aber zunächst die Entscheidungen in Brüssel im Januar abgewartet werden.

Schäuble räumte ein, dass durch eine höhere erste Tranche die Nettokreditaufnahme im nächsten Jahr steigen könnte. „Auf die Verschuldung nach den Maastricht Kriterien hätte das aber keinen Einfluss, da wir im Gegenzug am ESM-Kapital beteiligt sind“, fügte der CDU-Politiker hinzu.

Deutschland steuert zum ESM-Kapitalstock von 80 Milliarden Euro insgesamt 21,5 Milliarden Euro bei. Ursprünglich war vereinbart worden, dass dieser Betrag in fünf Jahrestranchen zu 4,3 Milliarden Euro ab 2013 gezahlt wird. Durch das vom EU-Gipfel Anfang Dezember beschlossene Vorziehen des ESM auf 2012 wird zumindest die erste Tranche schon 2012 fällig. Der ESM soll den provisorischen Euro-Rettungsschirm EFSF ablösen, der über keinen Kapitalstock verfügt.

Von

rtr

Kommentare (16)

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Thomas-Melber-Stuttgart

24.12.2011, 10:24 Uhr

Ja, ist denn schon Weihnachten !?

WBallestrem

24.12.2011, 10:28 Uhr

"„Auf die Verschuldung nach den Maastricht Kriterien hätte das aber keinen Einfluss, da wir im Gegenzug am ESM-Kapital beteiligt sind“, fügte der CDU-Politiker hinzu."
Das ist glatter Selbstbetrug: dieses Kapital, von dem nicht einmal formal bekannt ist, wielange es in dem Topf gebunden ist (permanent) und ob es eine Verzinsung bringt, wird zumindest teilweise abzuschreiben sein! Wäre man ehrlich, würde man es gleich ganz abschreiben und bei einem glücklichen Zufall "irgendwann" könnte man es als außerordentlichen Ertrag wieder buchen. Hier liegen die fatalen Unterschiede zwischen Politik und Wirtschaft.

Thomas-Melber-Stuttgart

24.12.2011, 10:37 Uhr

Steuerrechtlich ist die Mitgliedschaft in der Euro-Zone sowieso als "Liebhaberei" zu werten.

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