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30.05.2012

17:46 Uhr

Bundespräsident Gauck

Deutsche und Israelis sollen nach vorne blicken

Bei seiner Reise nach Israel betonte der Bundespräsident den gemeinsamen Blick in die Zukunft. Neben ermunternden Worten gab es allerdings auch weiterhin ein unbehaglicheres Thema: Die israelische Siedlungspolitik.

Bundespräsident Joachim Gauck während seines Besuchs in Jerusalem. dpa

Bundespräsident Joachim Gauck während seines Besuchs in Jerusalem.

Rehovot/JerusalemBei seinem Staatsbesuch in Israel hat Bundespräsident Joachim Gauck Deutsche und Israelis zum gemeinsamen Blick nach vorne ermuntert. Es gebe zwischen Deutschland und Israel "nicht nur diese Kultur der Betroffenheit", sagte Gauck am Mittwoch beim Besuch eines Forschungsinstituts in Rehovot. Bei einem Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu bekundete Gauck erneut sein Unbehagen mit Israels Siedlungspolitik.

Gauck sprach vor jungen deutschen und israelischen Forschern am Weizmann-Institut für Wissenschaften von "dieser dunklen Welt der Erinnerungen", die inzwischen um eine nach vorne gerichtete Perspektive ergänzt worden sei. Gerade die Wissenschaft schaffe eine "Normalität, die etwas neben diese mühsame Arbeit der Vergangenheitsbewältigung, der Aufarbeitung" stelle. Neben der Beschäftigung mit der Vergangenheit gehe es darum, "Gegenwart und Zukunft zu gestalten".

Staatsbesuche, offizielle Besuche, Arbeitsbesuche

Staatsbesuche

Nur Treffen von Staatsoberhäuptern werden als Staatsbesuche bezeichnet. Dazu zählen also Besuche des Bundespräsidenten bei gekrönten Häuptern oder republikanischen Staatschefs oder deren Gegenbesuche, nicht aber zum Beispiel die Auslandsreisen der Bundeskanzlerin.

Die Gäste eines Staatsbesuches werden mit den höchsten protokollarischen Ehren empfangen. Staatsbesuche finden auch ohne konkreten Anlass statt und dienen vor allem der Kontaktpflege zwischen den Ländern.

Offizielle Besuche

Zu offiziellen Besuchen folgen Regierungschefs oder Minister einer Einladung ihrer ranggleichen Gastgeber. Meist geht es dabei um die Erörterung konkreter politischer Fragen.

Arbeitsbesuche

Bei Arbeitsbesuchen kommen Regierungschefs oder Staatsoberhäupter - im Fall Deutschlands - auf Einladung der Bundeskanzlerin und nicht des Bundespräsidenten nach Berlin.

Seine politischen Gespräche setzte Gauck bei einem Treffen mit Netanjahu fort, bei dem abweichende Ansichten in der Siedlungspolitik deutlich wurden. Deutschland und Europa wären "dankbar für jedes Zeichen in der Siedlungspolitik" in den Palästinensergebieten, sagte Gauck nach Angaben seines Sprechers bei dem Treffen. Gauck sehe darin einen "Schlüssel" für den Friedensprozess. Netanjahu habe ein Einlenken aber abgelehnt.

Gauck machte den Angaben zufolge gegenüber Netanjahu deutlich, dass Kritik aus Deutschland an der Siedlungspolitik nicht die Freundschaft mit Israel in Frage stelle, sondern Teil einer ehrlichen Debatte sei. "Die Freundschaft ist nicht gefährdet", zitierte der Sprecher den Präsidenten. Gauck und Netanjahu seien sich einig gewesen, "dass man gemeinsame Werte teilt bei allen Differenzen, die es gibt".

Auf Beifall bei der deutschen Opposition stieß Gauck mit seiner Äußerung zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die die Sicherheit Israels als Teil der deutschen Staatsräson bezeichnet hatte. Gauck hatte sich am Dienstag den Begriff der Staatsräson ausdrücklich nicht zu eigen gemacht und auf die Anforderungen an Deutschland verwiesen, die eine solche Haltung etwa im Falle einer Militärkonfrontation zwischen Israel und Iran nach sich zöge.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

30.05.2012, 18:03 Uhr

"Deutsche und Israelis sollen nach vorne blicken"
-besonders wenn sie mit ihren nichtüberwachten Atomwaffen die ganze Weltbedrohen,
-wenn sie wiedereinmal auf dem Territorium Palästinas Zivilisten ermorden!

War keine Sternstunde von H.Gauck. Etwas Kritik hätte zulässig sein müssen!

Hagbard_Celine

30.05.2012, 18:08 Uhr

Beim Auto fahren empfiehlt es sich durch die Windschutzscheibe zu blicken und nicht in den Rückspiegel.

Ich darf bei dieser Gelegenheit unterstellen das Jemand der auf der Autobahn fährt und dabei permanent in den Rückspiegel schaut, eine Zumutung bzw. eine Bedrohung für die anderen Verkehrsteilnehmer ist.

Account gelöscht!

30.05.2012, 18:09 Uhr

Ja! Ich hoffe auch das noch Kritik rüber kommt , aber die reise in die "Palästinensergebiete " kommt ja noch !

Deutschland sollte sich auf Israel Konzentrieren , Wirtschaftlich,Wissenschaftlich und Industriell !
Was sollte man sich auch in den "Palästinensergebiete " erhoffen ? Die Militärkapelle ist jedem Lieber als das "Freudenfeuer" aus einer Kalaschnikow !

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