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15.02.2017

16:57 Uhr

Bundesregierung mahnt Türkei

„Innertürkische Konflikte nicht auf deutschem Boden austragen“

Der türkische Regierungschef Yildirim will bei einem Auftritt am Samstag in Oberhauen offenbar für das umstrittene Referendum werben, mit dem Erdogan seine Macht ausbauen will. Die Bundesregierung fordert Zurückhaltung.

Der türkische Regierungschef tritt am Samstag in Oberhausen auf. AFP; Files; Francois Guillot

Binali Yildirim

Der türkische Regierungschef tritt am Samstag in Oberhausen auf.

BerlinDie Bundesregierung hat die türkische Regierung mit Blick auf den bevorstehenden Besuch von Regierungschef Binali Yildirim gemahnt, keine innenpolitische Konflikte nach Deutschland zu tragen. "Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass alle Beteiligten sicherstellen werden, dass nicht innertürkische Konflikte auf deutschem Boden ausgetragen werden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch auf die Frage, ob es Vorbehalte gegen einen geplanten Auftritt Yildirims am Samstag in Oberhausen gebe.

Yildirim will dort nach einem Auftritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz offenbar für das umstrittene Referendum werben, mit dem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Macht ausbauen will. Die Türken entscheiden am 16. April über die Verfassungsreform. An dem Referendum können auch in Deutschland lebende türkische Staatsangehörige teilnehmen.

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Generell seien hohe Repräsentanten aus der Türkei in Deutschland willkommen, betonte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Zugleich habe man aber immer wieder Kritik an dem innenpolitischen Kurs Erdogans geübt, betonte Seibert. Am Mittwoch hatte die Polizei die Wohnungen von Geistlichen des türkischen Islamverbandes Ditib in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchsucht. Die Imame sollen im Auftrag der türkischen Regierung Anhänger der Gülen-Bewegung ausspioniert haben.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Aslan Kilinc

15.02.2017, 17:39 Uhr

Merkwürdig an derlei Aussagen Berlins ist schon gar nichts mehr, vielmehr eine Bestätigung der "schrägen Mentalität", die hierzulande vorherrscht. In Inner-Türkische Angelegenheiten versuchen sich doch besonders Politiker und andere "Interessengruppen", die allgemeinhin der Türkei und dem türkischen Volk nicht wohlwollend gesonnen sind und in Deutschland eine gut vernetzte Basis haben, einzumischen. Ich denke in kaum einer Region dieser Welt wird überhaupt und in dem Maße gegen die Türkei und Türken agitiert und propagiert wie im deutschsprachigen Raum.

Um meine Stimme braucht Herr Yildirim nicht zu werben, ich finde es dennoch sehr gut, dass die vielen türkischen Staatsbürger in Deutschland auch immer wieder signalisiert bekommen, dass sie eine Regierung und sichere Nation haben, in der sie jederzeit willkommen sind und die sich auch für ihre Rechte einsetzt, die ihnen selbst in dritter generation von jeder deutschen der letzten 4 Jahrzehnte vorenthalten wurde.

Herr Alessandro Grande

15.02.2017, 17:46 Uhr

Wie süß Deutschland wieder einmal mehr reagiert. Wir "fordern" Zurückhaltung, anstelle diesen Schwachkopf und seinen Auftritt komplett zu VERBIETEN. Denn was dürften Deutsche in der Türkei? Richtig, GAR NICHTS!
Bananenrepublik Deutschland, schlimmer geht es nicht mehr!!!

Herr Alessandro Grande

15.02.2017, 17:56 Uhr

@Herr Kilinc: Ihnen ist dringend anzuraten, dieses aus Ihrer Sicht furchtbare wie türkenunfreundliche Land, die BRD, zu verlassen und endlich wieder in Ihre Heimat, die hochdemokratische wie freiheitliche, modern, allseits erfolgreiche Türkei zurückzugehen, welche jedes Volk, Land und Religion der Erde toleriert, akzeptiert und würdevoll behandelt inclusive Ihres Präsidenten. Auf geht´s, was halt Sie lander hier? Und wissen Sie was? Es wird hier dadurch keine Lücke entstehen ;-)

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