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19.01.2004

14:00 Uhr

Bundesregierung unterstützt Hoffnungsträger des Kontinents

Schröder setzt sich in Afrika für offene Märkte ein

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat zum Auftakt seiner Afrikareise die Europäische Union aufgefordert, ihre Märkte stärker als bislang für Erzeugnisse aus Entwicklungsländern zu öffnen. Darüber hinaus ermutigte er die afrikanischen Länder, die Verantwortung für die Entwicklung des Kontinents künftig stärker in die eigenen Hände zu nehmen.

gof ADDIS ABEBA. Deutschland werde sich bei der nächsten Welthandelsrunde engagiert für den Abbau von Handelshemmnissen einsetzen, sagte Schröder gestern zum Auftakt seiner Afrikareise vor der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Dies geschehe auch "aus eigenem Interesse", betonte Schröder. Deutschland als Exportnation sei auf offene Märkte angewiesen. Die Forderung nach dem Abbau von Handelshemmnissen sei richtig und gelte "nicht nur, aber auch für landwirtschaftliche Produkte aus afrikanischen Ländern."

"Sie haben völlig recht, wenn sie hier auf Versäumnisse der europäischen Länder hinweisen", sagte Schöder auf entsprechende Fragen von AU-Delegierten. Er erinnerte daran, dass beispielsweise das Land Mali ein "wichtiger Produzent von Baumwolle" sei. In der EU aber werde "der Anbau von Baumwolle etwa in Spanien oder Griechenland subventioniert", fügte der Kanzler hinzu. "Es ist falsch - und da bin ich mir mit dem französischen Staatspräsidenten einig - dass wir auf der einen Seite über offene Märkte reden und auf der anderen Seite den Baumwollanbau in der EU subventionieren."

Schröder reagierte damit auf zahlreiche Klagen von Entwicklungsländern. Diese monieren seit Jahren, dass die EU aus Rücksicht auf die europäischen Bauern ihre Märkte gegenüber der preiswerteren Konkurrenz aus Afrika und Lateinamerika abschotte. Schröders Eingehen auf diese Kritik soll als Entgegenkommen verstanden werden. Auf seiner ersten großen Afrikareise seit Amtsantritt will Schröder nach Äthiopien in dieser Woche noch Kenia, Südafrika und Ghana besuchen. Die meisten dieser Länder sind wirtschaftlich stark auf den Export von Agrarprodukten wie etwa Kaffee oder Kakao angewiesen.



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