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07.10.2014

15:53 Uhr

Bundesregierung

Winterhilfe in der Ukraine eingetroffen

Mehr als 100 Lastwagen aus Deutschland mit Heizgeräten, Generatoren, Decken, Wohncontainern und Winterkleidung sind in der Ukraine eingetroffen. Kurz hinter der Grenze kam es zu einem Zwischenfall.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will einen Teil der Hilfslieferung selbst übergeben. dpa

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will einen Teil der Hilfslieferung selbst übergeben.

Berlin/JagodynEin Konvoi mit deutschen Hilfsgütern ist in der Ukraine eingetroffen. Die 112 Lastwagen überquerten am Dienstag die polnisch-ukrainische Grenze bei Jagodyn. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesentwicklungsministeriums vor Ort. Die Lastwagen sind unter anderem mit Heizgeräten, Generatoren, Decken, Wohncontainern und Winterkleidung beladen.

Etwa 15 Kilometer hinter der Grenze kam es nach dpa-Informationen zu einem Auffahrunfall in der Lastwagen-Kolonne. Dabei erlitten zwei Fahrer leichte Prellungen. Fünf Lastwagen konnten nicht mehr weiterfahren. Neue Fahrzeuge wurden zur Unfallstelle geschickt.

Waffen für die Ukraine?

Befürworter

Vor allem die an Russland grenzenden Baltenländer sehen die Ukraine-Krise mit großen Sorgen. Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite hatte sich vor dem EU-Gipfel für Waffenlieferungen an die Ukraine stark gemacht.

Gegner

Dazu dürfte es allerdings nicht kommen, weil die große Mehrheit der EU-Staats- und Regierungschefs dagegen ist. "Ich glaube nicht, dass wir durch Waffenlieferungen auch nur den Anschein erwecken sollten, dass durch eine militärische Verstärkung der ukrainischen Armee eine Lösung zu erreichen wäre", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Säbelrasseln

Die Nato demonstriert weiter Entschlossenheit bei der Verteidigung ihrer östlichen Bündnispartner. An der verstärkten Überwachung des Luftraums über dem Baltikum werden sich ab dieser Woche auch sechs "Eurofighter"-Kampfjets der Bundeswehr beteiligen. Für den Einsatz werden 170 Soldaten der Luftwaffe am Stützpunkt Ämari in Estland stationiert. Litauen, Lettland und Estland haben selbst keine ausreichenden Luftstreitkräfte.

Die Hilfsgüter für die Vertriebenen werden zunächst unweit von Kiew zwischengelagert. In den kommenden Tagen sollen sie dann durch lokal gekaufte Produkte ergänzt werden. Anschließend wird die Hilfe mit rund 200 ukrainischen Lastwagen nach Charkow, Slawjansk, Mariupol, Saporoschje und Dnjepropetrowsk im Osten des Landes gebracht. Die ukrainische Regierung zuvor sehr detailliert mitgeteilt, welche Baumaterialien und Hilfsgüter im Osten gebraucht werden.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will einen Teil der Lieferung am Dienstag kommender Woche in Charkow selbst übergeben. Er erklärte: „Wir wollen damit ein Zeichen der Solidarität setzen.“ Deutschland leiste einen Beitrag dazu, eine winterfeste Infrastruktur für notleidende ukrainische Familien zu schaffen.

Die ausschließlich aus Bundesmitteln finanzierten Hilfsgüter haben insgesamt einen Wert von rund zehn Millionen Euro. An der Organisation der Hilfe waren auch das Auswärtige Amt und das Technische Hilfswerk (THW) beteiligt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Jürgen Blim

07.10.2014, 17:36 Uhr

Eine Recherche wer diese Hilfsmittel bekommt wäre schön. Sollte es tatsächlich so sein wie ich auf einer anderen Seite gelesen habe, dass sie lediglich den Menschen in den von Kiew kontrollierten Gebieten zu Gute kommen, wäre das unfassbar.

Herr Peter Spiegel

07.10.2014, 18:17 Uhr

„Wir wollen damit ein Zeichen der Solidarität setzen.“

Erst das Land in,s Unglück stürzen und dann solche Sprüche ablassen. Ekelhaft!

Frau Ich Kritisch

07.10.2014, 20:10 Uhr

10 Millionen auf 100 LKWs = 100.000,- Euro pro LKW

was sind das für Hilfsgüter??? Goldbarren???

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