Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2008

13:09 Uhr

Bundeswehr-Einsatz

Nato macht mehr Druck

Nach den USA hat auch Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer Deutschland zu einer Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes gedrängt. Deutschland leiste als Führungsnation im Norden vorbildliche Arbeit, sagt und ergänzte: „Aus meiner Sicht könnte die Internationale Schutztruppe natürlich auch anderswo in Afghanistan mehr davon gebrauchen.“

Bundeswehr-Transporthubschrauber über Afghanistan: Berlin lehnt eine Aufstockung des Truppen-Kontingents am Hindukusch ab. Foto: dpa dpa

Bundeswehr-Transporthubschrauber über Afghanistan: Berlin lehnt eine Aufstockung des Truppen-Kontingents am Hindukusch ab. Foto: dpa

HB BERLIN. Nach US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sich auch Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer erneut für eine Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan ausgesprochen. Deutschland leiste als Führungsnation im Norden vorbildliche Arbeit, sagte de Hoop Scheffer. „Aus meiner Sicht könnte die internationale Schutztruppe natürlich auch anderswo in Afghanistan mehr davon gebrauchen.“ Vertreter der Bundesregierung schlossen eine Entsendung deutscher Truppen in den umkämpften Süden Afghanistans am Samstag weiterhin aus.

De Hoop Scheffer sagte in der „Bild am Sonntag“, er setze sich bei allen Nationen für mehr Flexibilität beim Einsatz der Streitkräfte ein. Er nehme aber zur Kenntnis, dass es bei vielen Ländern Einsatzbeschränkungen gebe. „Deshalb lasse ich nicht nach in dem Bemühen, diese so weit wie möglich reduziert zu sehen.“

Der Nato-Generalsekretär hatte bereits am Freitag die Hoffnung geäußert, dass Deutschland das Engagement in Afghanistan ausweitet. „Ich hoffe, dass Deutschland positiv auf die Forderung Kanadas nach einer Verstärkung der Präsenz antwortet“, sagte er in Paris. Als wenig hilfreich bezeichnete de Hoop Scheffer den eindringlichen Brief von Gates, in dem dieser von Berlin die Ausdehnung des Bundeswehreinsatzes auf den umkämpften Süden des Landes verlangt.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, kritisierte die Forderung von Gates scharf. Erler sagte am Samstag im Deutschlandradio Kultur, der Ton des Briefes sei „schroff“. Gates verkenne, dass Deutschland schon jetzt „an der Spitze liegt mit dem Engagement in Afghanistan“. Es habe auf deutscher Seite bereits 20 Tote gegeben. Von einem ungefährlichen „Pfadfindereinsatz“, wie er der Bundeswehr von den USA oft vorgeworfen werde, könne daher nicht die Rede sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×