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04.09.2013

11:26 Uhr

Bundeswehr in der Türkei

„Die Bedrohung ist sehr real“

Die Türkei bereitet sich auf mögliche Giftgas-Angriffe aus Syrien vor. Seit Ende Januar schützen Bundeswehrsoldaten die Stadt Kahramanmaras mit „Patriot“-Raketen. Im Interview schildert Kommandeur Bernd Stöckmann die Lage.

Deutsche Patriot-Einheiten in Kahramanmaras: „Ruhe und Vertrauen“. dpa

Deutsche Patriot-Einheiten in Kahramanmaras: „Ruhe und Vertrauen“.

KahramanmarasOberst Stöckmann, wie wirken sich die zunehmenden Spannungen auf Ihren Einsatz aus?

„Wir führen unseren Auftrag ganz normal, ganz routiniert durch. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Die Soldaten sind auch nicht nervös oder angespannt. Ich spüre eine Ruhe und ein Vertrauen.“

Ist das Einsatzkontingent in erhöhter Alarmbereitschaft?

„Es gibt keine erhöhte Einsatzbereitschaft. Der Dienst lässt auch keine Abstufungen zu. Man kann eine Stadt entweder schützen oder nicht.“

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Der türkische Katastrophenschutz verstärkt seine Vorkehrungen gegen Angriffe auf die Grenzgebiete der Türkei zu Syrien. Wie begegnet man Ihnen?

„Die Bedrohung ist für die Türkei sehr real. Das ist keine abstrakte Bedrohung. Es gibt hier eine große Erleichterung, dass Kahramanmaras mit Patriots geschützt wird. Meine Soldaten fühlen sich hier wahrgenommen. Es gibt viel Aufmerksamkeit.“

Wie hat sich das zunächst angespannte Verhältnis zur türkischen Armee entwickelt?

„Davon ist nichts mehr zu spüren. Die Lage hat sich geändert. Inzwischen gibt es auch gemeinsame Sportveranstaltung. Die Soldaten leben auch überwiegend in der Kaserne.“

Oberst Bernd Stöckmann führt das Kommando über die etwa 300 Bundeswehrsoldaten in Kahramanmaras, rund 300 Kilometer nördlich der Grenze zu Syrien. Das Interview führte die Nachrichtenagentur dpa.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Torsten_Steinberg

04.09.2013, 12:09 Uhr

Welcher Art sind denn die Vorkehrungen, die der türkische Katastrophenschutz gegen Angriffe auf die Grenzgebiete der Türkei trifft? Finden - wie in Israel - Gasmasken den Weg in die Kaufhausregale oder werden ABC-Bunker vorbereitet? Gibt es solche überhaupt im Osten der Türkei? Abgesehen davon, dass hier der türkische Katastrophenschutz involviert sein soll, gibt es in dem kurzen Interview nicht einen Hinweis darauf, dass die Türkei einen Angriff mit Chemiewaffen befürchtet. Die Möglichkeit von Giftgas-Angriffen aus Syrien wird mit keinem Wort erwähnt. Das macht nur das Handelsblatt in seinem einleitenden Kommentar. So werden Gefahren aufgebauscht und Ängste geschaffen. Die deutschen Soldaten aber sind zu Recht weder angespannt noch nervös.



Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass an keiner Stelle des kurzen Interviews von chemischen Waffen die Rede ist

Buerger67

04.09.2013, 12:24 Uhr

Zitat der österreichischen Zeitschrift "Der Soldat" vom 18.01.2013:
"Türkei
Jene Werfergranate aus Syrien, die fünf Türken tötete,
stammt eindeutig aus NATO-Beständen. Es scheint so,
als hätte das NATO-Mitglied Türkei die syrischen Aufständischen mit Waffenlieferungen unterstützt. Allerdings müssten diese Lieferungen mit anderen NATO-Staaten abgestimmt sein."

Damit hat sich seit dem 18.01.2013 das Bundestagsmandat für die Patriot-Einheit erledigt, ganz abgesehen davon, das Patriot nicht dazu geeignet sind, Werfergranaten abzufangen, sondern nur Raketen und Flugzeuge, was bereits vor der Entsendung alle Politikern bekannt war!

Wenn Obama einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beginnt und die Türkei einen völkerechtswidrigen Angriffskrieg unterstützt, macht sich Herr Oberst Stöckmann und seine Einheit selbstverständlich sofort nach Art.26 GG strafbar! Das sollte den 400 Soldaten in der Türkei bewusst sein, zumal ab dem 01.09.2013 einige Immunitäten vom Papst aufgehoben wurden!

Zitat Art. 25 GG: "Artikel 25
Die allgemeinen Regeln des Völkerrechtes sind Bestandteil des Bundesrechtes. Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes."

Zitat Art. 26 GG: "Artikel 26
(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen."

Wenn unsere Patriot die Türkei schützen, die an einem Angriffskrieg beteiligt ist, gilt selbstverständlich der Art.26 Abs.1 GG!


Account gelöscht!

04.09.2013, 17:00 Uhr

Ihr Hamster bedroht meinen Dobermann!


„Die Bedrohung ist sehr real“

"Die Türkei bereitet sich auf mögliche Giftgas-Angriffe aus Syrien vor."

NICHTS ALS GEQUIRLTE .... ist das.

So glaubhaft wie:

"Ihr Hamster bedroht meinen Dobermann!"

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