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15.05.2015

12:15 Uhr

Burundi am Rande des Bürgerkriegs

Die an der Macht kleben

VonWolfgang Drechsler

Der gescheiterte Putschversuch in Burundi zeigt, wie schwer sich viele Staatschefs in Afrika mit dem Abschied von der Macht tun. Im Kongo und in Ruanda könnten schon bald ähnliche Konflikte drohen.

Der Putschversuch von Teilen der Armee ist gescheitert. AFP

Proteste gegen Staatspräsident Pierre Nkurunziza

Der Putschversuch von Teilen der Armee ist gescheitert.

Nirgendwo trennen sich Präsidenten derart schwer von der Macht wie in Afrika. Der gescheiterte Putschversuch im zentralafrikanischen Ministaat Burundi ist dafür das aktuellste Beispiel. Staatschef Pierre Nkurunziza reiht sich ein in eine lange Reihe afrikanischer Führer, die ihr Land lieber in einen Bürgerkrieg stürzen als nach dem Ende ihrer von der Verfassung begrenzten Amtszeit freiwillig abzutreten. Die Liste reicht von Yoweri Museveni in Uganda bis zu Simbabwes Diktator Robert Mugabe (91), der sich bereits seit 35 Jahren mit allen Mitteln an der Macht hält.

In Burundi war es die Ankündigung von Präsident Nkurunziza, bei den für Ende Juni geplanten Neuwahlen eine dritte Amtszeit anzustreben, die das dicht besiedelte Land im Herzen Afrikas nun erneut an den Rand eines Bürgerkriegs geführt hat. Bedeutsam ist die Entwicklung dort vor allem deswegen, weil durch die enge Verflechtung des Landes mit seinen Nachbarn ein weiterer Bürgerkrieg in Burundi für die ganze Region gefährlich werden könnte.

Nach Putschversuch: Heftige Kämpfe in Burundi

Nach Putschversuch

Heftige Kämpfe in Burundi

Nach dem Putsch ist vor dem Bürgerkrieg: Im ostafrikanischen Burundi erklärt General Godefroid Niyombare den Präsidenten Pierre Nkurunziza für gestürzt. Der allerdings sieht sich noch im Amt. Nun toben schwere Kämpfe.

Seit Bekanntwerden der Pläne des Präsidenten formiert sich erbitterter Widerstand seiner Gegner gegen eine erneute Kandidatur, die viele als verfassungswidrig betrachten. Rund 25 Menschen sind bei den Unruhen bereits getötet worden, fast 50.000 sind über die Grenzen ins benachbarte Ruanda und  Tansania geflohen. Zahlreiche Oppositionelle wurden zuletzt verhaftet.

Am Mittwoch war es dann zum Putschversuch gekommen: Teile des Militärs versuchten die Teilnahme des Präsidenten an einem Krisengipfel im benachbarten Tansania zu nutzen, um die Macht zu übernehmen. Unterstützer des Staatsstreiches um den ehemaligen Geheimdienstchef Godefroid Niyombare und Anhänger von Präsident Pierre Nkurunziza lieferten sich schwere Gefechte mit Maschinengewehren und Raketenwerfern. Am Ende siegte jedoch der alte Machthaber.

„Wir haben entschieden, uns zu ergeben. Ich hoffe, sie bringen uns nicht um“, sagte Putschistenführer Godefroy Niyombare am Freitag nach Angaben des französischen Auslandsradiosenders Radio France Internationale (RFI). Drei führende Putschisten seien festgenommen worden, nicht jedoch Niyombare, meldete der Sender.

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