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21.07.2015

00:09 Uhr

Burundi

Gewalt am Vorabend der umstrittenen Wahl

Etwa tausend Menschen fliehen täglich aus Burundi. Das ostafrikanische Land leidet unter Unruhen, seit Präsident Nkurunziza seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit bekundete. Nun erschüttern Explosionen die Hauptstadt.

Präsidentschaftwahl

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Präsidentschaftwahl: Gegen das Gesetz: Burundis Präsident will dritte Amtszeit

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BujumburaEinen Tag vor der umstrittenen Präsidentschaftswahl im ostafrikanischen Burundi ist die Hauptstadt Bujumbura am Montag von Gewalt erschüttert worden. AFP-Journalisten und Augenzeugen berichteten am Abend von Explosionen und Schüssen. Zuvor war bereits eine Granate nahe dem symbolträchtigen Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum explodiert.

AFP-Journalisten berichteten von mindestens drei schweren Explosionen und Schüssen, ohne diese genau orten zu können. Augenzeugen berichteten, Unbekannte hätten das Feuer auf Polizisten nördlich des Stadtzentrums eröffnet, diese hätten zurückgeschossen. Auch in anderen Stadtteilen waren Explosionen und Schüsse zu hören.

Kurz zuvor war bereits eine Granate auf einer Straße nahe dem symbolträchtigen Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum explodiert, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Nach Angaben von Augenzeugen wurde der Sprengsatz aus einem fahrenden Auto geschleudert. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand.

In Burundi wird nach monatelangen Unruhen mit etwa hundert Todesopfern am Dienstag ein neuer Präsident gewählt. Der seit zehn Jahren amtierende Staatschef Pierre Nkurunziza strebt eine dritte Amtszeit an. Die Opposition sieht darin jedoch einen Verstoß gegen die Verfassung und boykottiert den Urnengang.

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Die Verfassung sieht lediglich zwei Amtszeiten vor. Der 51-jährige Nkurunziza argumentiert jedoch, seine erste Amtszeit zähle nicht, weil er damals vom Parlament und nicht von der Bevölkerung gewählt worden sei. Seit Ende April gibt es in Burundi Proteste und politische Unruhen, Mitte Mai scheiterte ein Putsch von Teilen der Armee.

Die Regierung ging mit harter Hand gegen ihre Gegner vor. Mehr als hundert Menschen wurden getötet, nach Angaben der Vereinten Nationen flohen mehr als 158.000 Menschen außer Landes, unter ihnen viele Oppositionelle. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte am Montag, derzeit würden täglich etwa tausend Menschen aus dem Land fliehen.

Von

afp

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