Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2012

20:34 Uhr

Bus-Attentat in Bulgarien

Iran weist Verantwortung für Anschlag auf Israelis ab

Der Iran weist jede Verbindung zu dem Selbstmordattentat auf einen Bus mit israelischen Passagieren in Bulgarien von sich. Der Konflikt könnte Iran und Israel an die Grenze eines Krieges treiben, sagen Experten.

Bei dem Attentat auf einen Bus mit Reisenden starben sieben Israelis. dapd

Bei dem Attentat auf einen Bus mit Reisenden starben sieben Israelis.

Burgas/JerusalDer Iran hat den Vorwurf Israels zurückgewiesen, für den Anschlag auf einen Bus mit Touristen des jüdischen Staates in Bulgarien verantwortlich zu sein. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran sprach am Donnerstag von „grundlosen Anschuldigungen". Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte erklärt, der Angriff am Vortag sei von der radikalen Schiiten-Gruppe Hisbollah ausgeführt worden, die vom Iran unterstützt werde. Nach offiziellen Angaben hatte sich auf dem Flughafen von Burgas ein als Tourist getarnter Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei wurden sieben Menschen getötet, darunter fünf Israelis.

Israelische Experten gingen nicht davon aus, dass der Vorfall zu einem Krieg zwischen beiden Staaten führen würde. „Eine Antwort, wie auch immer sie ausfallen mag, wird nicht die Form eines Luftangriffs annehmen", sagte der ehemalige Nationale Sicherheitsberater und General im Ruhestand, Giora Eiland, dem Sender Israel Radio. Barak erklärte, Israel werde alles unternehmen, um die Verantwortlichen zu finden und bestrafen. Mit der Formulierung deutete der Minister mögliche verdeckte Kommandoaktionen ein.

Selbstmordattentat: Sieben Israelis sterben bei Anschlag iin Bulgarien

Selbstmordattentat

Sieben Israelis sterben in Bulgarien

Die Behörden haben offenbar einen Toten als Selbstmordattentäter identifiziert.

Die Hisbollah mit Sitz im Libanon äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen Israels. Kurz nach dem Anschlag hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem „iranischen Terror" mit einem massiven Gegenschlag gedroht.

Israel hat im Streit über das iranische Atomprogramm einen Angriff auf entsprechende Anlagen der Islamischen Republik nicht ausgeschlossen. Die Furcht vor einem bewaffneten Konflikt ließ am Donnerstag auch den Öl-Preis steigen.

Dem bulgarischen Außenministerium zufolge sind unter den sieben Toten auch der Busfahrer und der Attentäter. Innenminister Zwetan Zwetanow beschrieb diesen als einen 36-jährigen Mann, der vier bis sieben Tage vor dem Anschlag eingereist sei. Er habe einen gefälschten US-Führerschein aus dem Bundesstaat Michigan besessen. „Er sah aus wie jeder andere - ein normaler Mensch in Bermuda-Shorts mit einem Rucksack." Mit Hilfe einer DNA-Probe aus einem Finger des Attentäters werde nun versucht, seine Identität zu ermitteln.

Der Flughafen von Burgas blieb auch am Donnerstag für Touristen geschlossen. Etwa 70 Israelis - darunter leicht verletzte Opfer des Angriffs - wurden nach Angaben des Innenministeriums mit einem Flugzeug der bulgarischen Regierung in die Heimat gebracht.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.07.2012, 21:38 Uhr

Wenn der Iran nicht nicht dafür verantwortlich ist , sollte er ein Interesse daran haben den Vorfall aktiv mit aufklären zu wollen (schließlich laufen die Perser Gefahr angegriffen zu werden) .
Im Moment ist das aber nicht erkennbar !

Account gelöscht!

19.07.2012, 21:56 Uhr

Der Bus auf dem Bild von heute ist ganz anders als der von gestern. Wie kommt's?

Der hier ist ausgebrannt, der auf dem Bild von gestern nur Teilweise beschädigt:

http://www.handelsblatt.com/video/video-news/panorama/bombenanschlag-auf-touristen/6894962.html

Account gelöscht!

20.07.2012, 00:20 Uhr

Also wenn die "nicht nicht dafür verantwortlich ist"
sind sie ja verantwortlich ;-)

Aber jaein,
sie haben zwar ein Interesse an Aufklärung
und ich glaube auch keine Sekunde das der Iran hinter dem Anschlag steckt. Vielleicht ein Iraner, vielleicht eine Gruppe die mit dem Iran hier und dort zusammengearbeitet hat oder von ihm unterstützt wurde, aber bestimmt nicht im Auftrag oder auf Wunsch des Irans. Das macht keinen Sinn, weder als Drohgebärde noch sonstwie, wäre ggf. kontraproduktiv weil sie Unterstützung verlieren und Israel nen Kriegsgrund liefern (Nicht das die einen bräuchten).

Aber ich würde an deren Stelle auch nicht aktiv an der Aufklärung mithelfen.
Israel würde wohl nicht zustimmen iranische Experten mit bei der Aufklärung helfen zu lassen und wenn doch, Israel hat in der Vergangenheit so oft durchblicken lassen wie gerne sie Iran angreifen würden, da müsste der Iran Sorgen haben bei der Mitarbeit plötzlich als Sündenbock dazustehen, wenn Israel ihnen unterstellt Beweismittel zu manipulieren.
So vorschnell wie Israel gleib behauptet hat Iran wäre Schuld zeigt doch die Lage schon eindeutig genug.
Egal was der Iran tut, wenn Israel es drauf anlegt Krieg zu haben spielt es schlichtweg keine Rolle.
Obendrein kommt noch:
Ich würde auch nicht mit einem Staat zusammenarbeiten welches sich dem systematischen Mord an meinen Forschern schuldig macht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×