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21.01.2005

07:17 Uhr

Bush tanzt - aber nur kurz

Rauschende Ballnacht am Ende der Amtseinführung

Die zweite Amtseinführung von US-Präsident George W. Bush ist mit einer rauschenden Ballnacht zu Ende gegangen. Der frisch vereidigte Präsident und Ehefrau Laura erschienen am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington auf insgesamt neun Bällen.

HB WASHINGTON. Auf dem „Freiheitsball“ sagte Bush, er wolle sich mit ganzem Herzen dafür einsetzen, dass die Vereinigten Staaten ein friedlicher Ort werden.

Unter tosendem Beifall der Gäste bat Bush seine Ehefrau um den Eröffnungstanz. Dabei war dem Präsidenten, der nicht als großer Tänzer gilt, die Anstrengung anzusehen. Nach 45 Sekunden vorsichtigen Schunkelns gab Bush die Bühne dann für andere Paare frei.

In seiner Antrittsrede nach der Vereidigung hatte Bush zuvor seine Doktrin von der Verbreitung von Demokratie und Freiheit in der Welt erläutert. Auf den Stufen des Kapitols versprach der 58- Jährige, gegen jede Form von Tyrannei und Unterdrückung vorzugehen und die Freiheit auch in die „dunkelsten Ecken der Welt“ zu bringen. Die Verbündeten forderte der US-Präsident zur Hilfe auf.

Die Zeremonie mit tausenden Gästen fand unter dem Blick von Dutzenden Scharfschützen und mehr als 7000 Sicherheitskräften statt. Bei der anschließenden Militärparade protestierten Tausende von Kriegsgegnern gegen Bushs Politik. Polizisten gingen mit Schlagstöcken gegen vermummte Demonstranten vor.

In seiner Rede über die Macht der Freiheit sagte Bush: „Alle, die in Tyrannei und Hoffnungslosigkeit leben, sollen wissen: Die Vereinigten Staaten werden eure Unterdrückung oder die Ausflüchte eurer Unterdrücker nicht hinnehmen. Wenn ihr für Frieden einsteht, stehen wir hinter euch.“

Vor Bush legte auch Vizepräsident Richard Cheney seinen zweiten Amtseid ab. Bush schwor dann um 11.58 Uhr (Ortszeit) mit der Hand auf einer alten Familienbibel den Eid auf die Verfassung. Neben ihm standen seine Frau Laura in einem weißen Mantelkostüm und die Töchter Barbara und Jenna Bush.

Bei der anschließenden Militärparade säumten Tausende von Sympathisanten, aber auch Kriegsgegnern die 2,7 Kilometer lange Paradestrecke im Zentrum Washingtons. Diese forderten Bush in Sprechchören auf, den „blutigen Krieg im Irak zu beenden“. Zahlreiche Frauen trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Präsident Bush, Sie haben meinen Sohn getötet“. Andere Demonstranten forderten, dass Bush auch seine Zwillingstöchter Barbara und Jenna an die Front schickt.

Bush-Kritiker hatten die aus Spenden finanzierten Kosten der Feierlichkeiten von rund 40 Mill. Dollar (gut 30 Mill. €) angesichts von Krieg und Flutkatastrophe in Asien scharf kritisiert.

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